VeranstalterInnen:
Studio N° 3111
grenzenlos@hcu-hamburg.de
Prof. Dr. Michael Koch
Amelie Rost / florentine-amelie.rost@hcu-hamburg.de
Yvonne Siegmund / yvonne.siegmund@hcu-hamburg.de
Renée Tribble / renee.tribble@hcu-hamburg.de
Yvonne Werner / yvonne.werner@hcu-hamburg.de
Pascale Bubert
Daniel Kauder
Sandra Koth
Phil Siemers
Kim Wrigley

Arbeitsgebiet Städtebau und Quartierplanung
Studiengang Stadtplanung
HafenCity Universität Hamburg
Überseeallee 16
20457 Hamburg


Ein interdisziplinäres Symposium der HafenCity Universität
gestiftet von der VolkswagenStiftung. Waterfront e.V. – Der Förderverein der HafenCity Universität Hamburg.



Mit bestem Dank an MIB Coloured Fields GmbH und dem Oberhafen Quartier Halle 424 für die freundliche Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten

Website: David Liebermann / davidliebermann.de

Photos: Jan Kampshoff, Klaus Selle, Studio N° 3111
Disziplinäre Grenzgänge, Neue Arbeitsfelder in Stadtgestaltung und Stadtforschung – Ein Perspektivenwechsel
Crossing disciplinary boundaries, New fields of work in urban design and urban research
21. – 23.07.2016
Über disziplinäre Kerne und ihre Ränder...

Curricula von Ausbildungsgängen sind möglichst eindeutigen Berufsbildern verpflichtet. Berufsverbände und Kammern schützen diese Berufsbilder und Honorarordnungen sollen für auskömmliche Arbeitsfelder sorgen.

Man arbeitet als ArchitektIn, IngenieurIn oder StadtplanerIn. Die Kerne dieser Disziplinen erscheinen klar umrissen. Gleichwohl entstehen immer neue spezifische Ausbildungsprogramme, die auf Veränderungen in der architektonischen, städtebaulichen und stadtplanerischen Praxis reagieren.

Darüber hinaus fordern neue Akteure, neues zivilgesellschaftliches Engagement und auch neue Trends in der Stadtforschung unser Planungsverständnis einmal mehr heraus: An den Rändern der Disziplinen und im Kontext von urbanen Alltagspraktiken entstehen neue disziplinäre und professionelle Diskurse.

Unsere Beobachtung ist jedoch, dass die Arbeitsweisen in Praxis und Theorie noch zu wenig zusammenfinden und dass sich etablierte disziplinäre Arbeitsteilungen, Routinen, Interessenvertretungen und Honorarordnungen diesen Veränderungen nicht genügend öffnen.

Allerdings sind derartige „grenzgängerische“ Diskurse nichts Neues. Vielmehr scheint es, dass die Debatten der Fachwelt(en) in regelmäßigen Wellenbewegungen davon erfasst werden. Das Überschreiten disziplinären Selbstverständnisses gehörte beispielsweise schon zum Leitbild des Bauhauses. In den 1960er und 1970er Jahren verwiesen die Bilder und das Design von Archigram oder Superstudio auf die verwobenen fächerübergreifenden Zusammenhänge unserer gebauten Umwelt. Die Einführung der Planungsstudiengänge in den 70er Jahren waren ein deutliches Zeichen. Im Rahmen der IBA Emscherpark leuchtete der Begriff des perspektivischen Inkrementalismus in den 1990er Jahren neue Aspekte des Zusammenhangs von Architektur, Städtebau und Planung aus – wie überhaupt die IBAs als planerische Sonderformate immer auch neue Praxisfelder thematisierten...

Seit ein bis zwei Jahrzehnten sind es nun besonders die jüngeren Jahrgänge von Fachleuten der sich mit Stadt beschäftigenden Disziplinen, die durch ihre Praxis auf die neuen Herausforderungen in unseren Städten reagieren und neue Arbeitsfelder „er“finden. Deshalb sollten die Praxis und Theorie dieser „Stadt (Mit)MacherInnen“ im Zentrum des Symposiums stehen.

Was können wir von ihrer Praxis lernen? Wie werden davon die disziplinären Selbstverständnisse berührt? Was bedeutet das für die Curricula der Ausbildungsprogramme? Und welche (inter)disziplinären Schnittstellen werden notwendig? Wie kann diese oftmals explorative und experimentelle Praxis Eingang in bestehende Fachdisziplinen und/oder neue Ausbildungsformate finden? Und auch: Wie kann sich diese neue Praxis in den Honorarordnungen niederschlagen?

Wie gelangen wir in einem (scheinbar) ständig komplexer werdenden System sich ausdifferenzierender professioneller Sparten und Subsysteme zu einer stadtgestaltgebenden Haltung?

VeranstalterInnen:

Studio N° 3111
grenzenlos@hcu-hamburg.de
Prof. Dr. Michael Koch
Amelie Rost
Yvonne Siegmund
Renée Tribble
Yvonne Werner

Ein interdisziplinäres Symposium der HafenCity Universität
gestiftet von der VolkswagenStiftung. Waterfront e.V. – Der Förderverein der HafenCity Universität Hamburg.

About

Some even speak of a new „Gründerzeit“. Caused by current migration flows, numerous cities and communities are facing an unforeseen and unexpected growth. At the same time, shrinking processes and the (urban) transformation of rural areas continue to challenge professionals in urban design and research, while an even more emancipated society claims an increasing participation in designing its environment. Complex and plural processes like these make it almost impossible to understand and plan cities as holistic systems. From which perspective(s) will cities be developed and designed in the future? By whom and how?
Traditional planning tools and methods are reaching their limits. Informal processes and approaches are trying to formulate more appropriate and nuanced process-oriented urban strategies. Therefore a language of diverse forces, specific constellations of actors, ephemeral opportunities and interdependencies emerges. New types of projects stimulate urban innovations – they are expressions of new cultures of participation, appropriation and agreement. But how do these evolving fields of work and co-production function in practice? Who acts and who should act? Which new tasks are ahead? Which disciplinary knowledge is required?
For a long time, researchers and practitioners in urban development have been struggling to conceptualise new understandings of planning. We have observed, however, that practice and theory still cooperate too little; disciplinary divisions of labour, routines, representatives and fee structures are still not open up to changes.
For one or two decades, it has been a younger generation of urban professionals that responded to the indicated challenges and invented new fields of work. Practice and theory of those “citymakers“ are in focus of this symposium.
What can we learn from this practice(s)? How do these affect disciplinary self-conceptions? What does this mean for curricula? How can emerging practice(s) find its ways into formal fee structures?

VeranstalterInnen:

Studio N° 3111
grenzenlos@hcu-hamburg.de
Prof. Dr. Michael Koch
Amelie Rost
Yvonne Siegmund
Renée Tribble
Yvonne Werner

Ein interdisziplinäres Symposium der HafenCity Universität
gestiftet von der VolkswagenStiftung. Waterfront e.V. – Der Förderverein der HafenCity Universität Hamburg.

Komplexität als Chance!

Komplexität speist sich aus Vielfalt. Vielfalt bedeutet auch Widersprüchlichkeit und Spannungenzuzulassen. Sie sind essentiell, um krisenfestere, d.h. anpassungs- und widerstandsfähigere Strukturen zu schaffen. Und um ein Nebeneinander an Widersprüchen zu erkennen und zuzulassen, braucht es den Blick Anderer, die den Fokus der Planung ergänzen und weiten und damit auch die Sichtweisen der von Planung Betroffenen aufzeigen sowie das eigene Planungshandeln reflektieren. Planung selbst könnte so zu einer reflexiven Praxis werden, die prozessual, räumlich und vor allem disziplinär grenzüberschreitend denkt und handelt. Die Zwischenräume und Nischen können zu Schnittstellen werden und als Möglichkeit des Austauschs inter- und transdisziplinäre Plattformen bilden.

Die Auseinandersetzung mit Komplexität, mit komplexen Phänomenen erfordert eine strukturierte Vorgehensweise, deshalb strukturierten wir das vergleichsweise offene Veranstaltungsformat auf zwei Ebenen. Der Ablauf wurde durch vier aufeinander aufbauende Module gegliedert, die folgende Ziele formulierten:
Modul 1: Ruck Zuck / Montagsmaler. Eine Basis schaffen – Ein gemeinsames Verständnis von Begrifflichkeiten und Bildern
Modul 2: Learning from... / Learned! Aufdecken – Neue und noch nicht benannte disziplinäre Schnittstellen und Aufgabenfelder definieren.
Modul 3: Reflexion. Reflektieren – Zuständigkeiten und Bereiche klären
Modul 4: Innovationswerkstatt. Vernetzen – Entwerft eine Utopie des Stadtgestaltens von morgen.

Und die Begrifflichkeiten Zeit, Macht und Raum strukturierten unser Format zusätzlich indem sie drei Diskussionsrahmen aufspannten:
Zeit, weil sie als Dimension in der Gestaltung von Räumen noch unterschätzt wird; weil die Länge von Prozessen genauso wie die (geplante) Dauerhaftigkeit des Gebauten, die Gliederung oder Taktung ebenso wie die Geschwindigkeit von Abläufen und die Chronologie von Abfolgen die Qualität von Planung beeinflussen.
Macht, weil die Qualität von Räumen auch davon abhängt, wer sie bewertet, wer entscheidet, in welchen Verbünden und Kooperationen, mit welchen Hintergründen, Arbeitsweisen und Absichten.
Raum, weil er selbst von so vielen Zutritten geprägt wird: physisch, sozial, kulturell, ökonomisch, … und weil mit der Maßstäblichkeit von Räumen auch Abläufe und Zuständigkeiten und damit Zeit- und Machtstrukturen angesprochen werden.

Wir stellten uns die Veranstaltung als besonderen kommunikativen Erlebnisraum vor, in dem Perspektiven gewechselt und über Grenzen hinweg Erfahrungen ausgetauscht werden sollten. Und dieser Austausch verlangte zuerst nach der Beantwortung grundsätzlicher Fragen: Was versteht man eigentlich unter Grenzgängen? Und wie gehen wir mit Grenzen um? Sind GrenzgängerInnen solche, die an der Grenze entlang gehen oder sie überschreiten? Wo liegen wessen Grenzen? Und warum haben wir das Bedürfnis sie zu überwinden, uns neue Dinge anzueignen?

Mit dem thematischen Fokus auf disziplinäre Grenzen und Ränder wollten wir einen weiteren Beitrag zu aktuellen Debatten leisten, dazu Ausbildungsprogramme zeitgemäßer zu gestalten, das Berufsspektrum breiter zu fassen und multidisziplinäres Grenzgängertum zu professionalisieren.

Über unsere Veranstaltung hinaus...

… möchten wir uns auch gerne weiterhin mit allen Teilnehmenden und Gästen austauschen, indem wir unsere Homepage als Plattform für Perspektivenwechsel und grenzgängerische Diskurse nutzen wollen.
Wir freuen uns daher über Beiträge, die wir dort veröffentlichen dürfen und nehmen diese gerne unter grenzenlos@hcu-hamburg.de entgegen.
Das Studio N° 3111
→ PDF "Erkentnisssicherung_Disziplinäre Grenzgänge"

Complexity as an opportunity!

Complexity emerges from diversity. Diversity also means accepting contradictions and tensions. They are essential in able to create crisis resistant, meaning creating more adaptable and resilient structures. And in able to recognise and allow a parallel existence of contradictions, you need the perspective of others, who complement and broaden the focus on planning and thus also show the perspectives of those affected by planning as well as reflecting own planning handling. Planning itself could become a kind of reflective practice, thinking and acting in processes, spatially and especially cross-disciplinary. Inter spaces and niches could become interfaces and create the possibility for exchange and inter- and trans-disciplinary platforms.

The dispute on complexity, on complex phenomenons needs a structured approach, and thus we structured the rather open event on two levels. The process was ordered in four modules building on one another, formulating following goals:
Module 1: Ruck Zuck / Monday painters. Creating common ground – a common understanding for terminologies and images
Module 2: Learning from... / Learned! Uncovering – defining new and not yet named disciplinary interfaces and work fields
Module 3: Reflection. Reflecting – clarifying responsibilities and positions
Module 4: Innovation laboratory. Networking – design an utopia for future urban designing

And the terminologies time, power and space structured our format even further in opening three discussion frames:
Time, because it still is underestimated as a dimension during designing spaces; because the length of processes as well as the (planned) permanence of constructions, the structure or sequence as well as the speed of operations and the chronology of operations, influence the quality of planning.
Power, because the quality of spaces is also dependent on who evaluates, who decides, with which allies and collaborations, with which background, means of work and intentions.
Space, because itself is shaped by so many entrances: physical, social, cultural, economical, … and because standards also address structures and responsibilities and thus also time- and power structures.

We imagined the event as a special communicative experience space, changing perspectives and exchanging experiences beyond boundaries. And this exchange first needed to answer very basic questions: What do we understand by boundary crossings? And how do we handle boundaries? Are boundary-walkers those who walk along the boundary or do they cross them? Where do whose boundaries lie? And why do we have the need to overcome them, to acquire new things?

We want to contribute to contemporary debates with a thematic focus on disciplinary boundaries and margins, in addition creating training programmes more contemporarily, to broaden the range of professions and to professionalize multi-disciplinary boundary-crossing.

Beyond crossing disciplinarian boundaries...

… we would also like to exchange ideas with all participants beyond this event. It is also imaginable to use this platform for future exchanges in perspectives. We therefore would be happy to publish contributions which we will gladly receive at
grenzenlos@hcu-hamburg.de.
Studio N° 3111
→ PDF "Erkentnisssicherung_Disziplinäre Grenzgänge" (“Recognition backup_Disciplinary Boundry-Crossings”)


IMG:





Programm
Programme
Das Symposium besteht aus vier aufeinander aufbauenden Modulen. Jedes Modul formuliert ein eigenes Etappenziel und verwendet dafür jeweils eigene Methoden. Damit sollen abwechslungsreiche Formate geschaffen werden, die alle Teilnehmenden mit einbeziehen. Jedes der vier Module kann daher als eigenständiger Baustein verstanden werden, der dazu beiträgt ein umfassendes Bild der stadtgestaltenden Arbeits- und Handlungsfelder nicht nur zu diskutieren sondern auch zu produzieren.

This symposium consists of four modules that are based on each other. Each module formulates specific milestones and employs specific methods in order to create a diverse format involving every participant. Each of the four modules can provide an independent component for discussing and producing comprehensive and new ideas of urban fields of actions and work.

Donnerstag, 21.07.2016
Thursday, 21.07.2016
Veranstaltungsort:
Oberhafen / Halle 424, Stockmeyerstraße 43, 20457 Hamburg
14:00 – 15:00
Registrierung & Disziplinfotos
15:00 – 15:15
Begrüßung durch Michael Koch, Ablauf und Zielsetzung des Symposiums
15:30 – 16:30
Impulsvortrag Andreas Krauth, Teleinternetcafe, Berlin, Kommentare & Diskussion
16:30 – 17:00
Kaffeepause
17:00 – 19:00
Modul 1: Ruck Zuck / Montagsmaler
19:00 – 19:15
Tagesrésumé von Kai Vöckler & Michael Koch
ab 19:15
Get together’ bei Hotdogs & Bier, Kartoffeln & Wein

Location:
Oberhafen / Halle 424, Stockmeyerstraße 43, 20457 Hamburg
14:00 – 15:00
Registration
15:00 – 15:30
Welcome by Michael Koch, process and objectives of the symposium
15:30 – 16:30
Keynote speech: Andreas Krauth, Teleinternetcafe, Berlin, comments & subsequent discussion
16:30 – 17:00
Coffee break
17:00 – 19:00
Module 1: Ruck Zuck / Montagsmaler
19:00 – 19:15
Summing-up the day by Kai Vöckler & Michael Koch
from 19:15
Get together at the „Holy dogs“- Food truck

Freitag, 22.07.2016
Friday, 22.07.2016
Veranstaltungsort:
Kraftwerk Bille, Bullerdeich 12-14, 20457 Hamburg
08:30 – 09:00
Registrierung & Morgenkaffee
09:00 – 09:15
Begrüßung durch Michael Koch, Erläuterung des Tagesablaufs
09:15 – 10:45
Modul 2.1: Learning from..., Kommentare
09:15 – 09:45
Learning from N°I – Vier Vorträge: Zeit / Lukasz Lendzinski, Alexander Römer, Jan-Philipp Stephan, Leon Roloff
09:45 – 10:15
Learning from N°2 – Vier Vorträge: Raum / Michael Obrist, Jette Hopp, Kai Vöckler, Stefan Rettich
10:15 – 10:45
Learning from N°3 – Vier Vorträge: Macht / Isabel Finkenberger, Tatjana Schneider, Frauke Burgdorff, Ton Matton
10:45 – 11:15
Kaffeepause
11:15 – 13:30
Modul 2.2: Learned!
13:30 – 14:30
Mittag
14:30 – 18:40
Modul 3: Reflexion
18:40 – 19:00
Tagesrésumé von Michael Koch & Klaus Selle

Location:
Kraftwerk Bille, Bullerdeich 12-14, 20537 Hamburg
08:30 – 09:00
Registration, morning coffee
09:00 – 09:15
Welcome by Michael Koch, explanation of the day structure
09:15 – 10:45
Module 2.1: Learning from..., comments
09:15 – 09:45
Learning from N°I – four presentations: Space / Lukasz Lendzinski, Alexander Römer, Jan-Philipp Stephan, Leon Roloff
09:45 – 10:15
Learning from N°2 – four presentations: Time / Michael Obrist, Jette Hopp, Kai Vöckler, Stefan Rettich
10:15 – 10:45
Learning from N°3 – four presentations: Power / Isabel Finkenberger, Tatjana Schneider, Frauke Burgdorff, Ton Matton
10:45 – 11:15
Coffee break
11:15 – 13:30
Module 2.2: Learned!
13:30 – 14:30
Lunch
14:30 – 18:40
Module 3: Reflection
18:40 – 19:00
Summing-up the day by Michael Koch & Klaus Selle

Samstag, 23.07.2016
Saturday, 23.07.2016
Veranstaltungsort:
Oberhafen, Halle 424, Stockmeyerstraße 43, 20457 Hamburg
09:00 – 09:30
Registrierung & Morgenkaffee
09:30 – 10:00
Begrüßung durch Michael Koch, Tagesablauf, Gruppeneinteilung
ab 10:00
Modul 4: Innovationswerkstatt
ab ca. 12:30
Fingerfood und Kaffee
14:00 – 15:30
Präsentation der Arbeitsergebnisse & Diskussion
15:30 – 16:00
Schlussrésumé und Ausblick von Kathrin Wildner, Michael Koch and Jens Dangschat
ab 16:00
Ausklang mit Fingerfood, Bier und Musik


Location:
Oberhafen, Halle 424, Stockmeyerstraße 43, 20457 Hamburg
09:30 – 10:00
Registration, morning coffee, Welcome by Michael Koch, day structure, teams
from 10:00
Module 4: Innovation workshop
about 12:30
Finger food and coffee
14:00 – 15:30
Presentation of work results, comments & subsequent discussion
15:30 – 16:00
Summing-up: symposium and outlook by Kathrin Wildner, Michael Koch and Jens Dangschat
from 16:00
Finger food, Beer and Music


Impuls
Impulse
Impulsvortrag von Andreas Krauth AR UD, Teleinternetcafe, Berlin: Das Labor im Kreativquartier München, http://teleinternetcafe.de
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit TH Treibhaus Landschaftsarchitekten, Berlin/Hamburg, www.treibhausberlin.de

Impulse speech from Andreas Krauth AR UD, Teleinternetcafé, Berlin: The labatory in the creative district Munich http://teleinternetcafe.de
A project in collaboration with TH Treibhaus landscape architects, Berlin/Hamburg, www.treibhausberlin.de

Erkenntnisse

Können Kreativität, Urbanität, Qualität, Offenheit und Vielfalt geplant werden?
Diesem Fallbeispiel liegt in seiner Gesamtheit, vor allem aber im Fokusgebiet ‚Labor‘, ein anderes Verständnis von Zeit zugrunde. In der Entwicklung des Quartiers muss(te) mit den Interessen eines beschleunigten ökonomischen Verwertungsdrucks, einer Besitzstandswahrung der kreativen temporären NutzerInnen, den künftigen Interessen von BewohnerInnen und anderen AkteurInnen sowie dem Einbeziehen von Vorläufigkeiten und Ungeplantem jongliert werden.

Nachdem 2008 die Realisierung des anspruchsvollen Entwurfs von Kazunari Sakamoto für die Neuplanung der Werkbundsiedlung aus sozialen und ökologischen Gründen abgelehnt wurde, sah die Landeshauptstadt München (mit dem Freistaat Bayern und den Stadtwerken München GmbH) 2011 die Chance in einer neuen Wettbewerbsauslobung eine zusammenhängende Planung für das gesamte (etwa 20 ha große) Quartier auszuschreiben. Auf dem im Wettbewerb zu bearbeitenden Areal haben sich bereits seit den 1990er Jahren im nördlichen Bereich kreative Nutzungen niedergelassen, die laut Ausschreibung südlich davon, im Umfeld zweier denkmalgeschützter Hallen, als Kreativquartier, stattfinden sollten. Etwa 900 Wohnungen mit sozialer Infrastruktur, Büroflächen, Einzelhandel und Bildungseinrichtungen mussten darüber hinaus im gesamten Quartier untergebracht werden. Die Landeshauptstadt München suchte deshalb nach einem innovativen Planungsansatz, der auf den Ort reagiert und seine Potentiale und Synergieeffekte in eine urbane Gesamtstruktur prozesshaft weiter führt.

Den Wettbewerb konnten Teleinternetcafe mit TH Treibhaus Landschaftsarchitekten für sich entscheiden, obgleich sie wichtige Ausschreibungsgrundlagen anders bewerteten und bearbeiteten. Sie entwickelten vier Baufelder und empfahlen damit vier ‚Zeiträume’: Labor, Feld, Park und Plattform, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu realisieren. Ihrer Einschätzung nach bietet das nördliche, aktuell genutzte kreative Areal ‚Labor‘, welches in der Auslobung komplett zum Abriss vorgesehen war, Strukturen, die erhalten und nur sukzessive ergänzt werden sollten. Mit dieser Haltung haben die Wettbewerbsgewinner die geforderte kreative Nutzung im Areal verfielfacht und mit der Entscheidung einen zusätzlichen Freiraum zwischen dem ‚Labor’ und den denkmalgeschützten Hallen zu schaffen, sind die geforderten 900 Wohneinheiten nur mit einer die zulässige Dichte überschreitenden Bebauung auf den Arealen ‚Feld‘ und ‚Plattform‘ zu realisieren. Ein dichter, schnell entwickelter Wohnungsbau soll dort zugunsten einer sukzessiven, langsamen Entwicklung im Areal ‚Labor’ stattfinden. Während sich dort die Bebauung nach §34 in den Kontext einfügen soll, werden aktuell bauliche Reglementierungen auf den anderen drei Bereichen über neue Bebauungspläne festgesetzt.

Mit der Wettbewerbsentscheidung war schnell eine Euphorie im ganzen Quartier zu spüren: Unter dem Motto ‚Neuanfang‘ fanden zahlreiche Workshops und Kunstaktionen statt. Zeitnah gründete sich auch die Initiative ‚Labor München‘, eine Kooperationsgemeinschaft der Institutionen auf dem Gelände bestehend aus dreizehn künstlerischen, kreativwirtschaftlichen und auch soziokulturellen NutzerInnen, die als zentrale AnsprechpartnerInnen für Stadt und Nachbarschaft sowie als Triebfeder für das Quartier fungieren. Das folgende VOF-Verfahren konnten die Wettbewerbsgewinner wieder für sich entscheiden und sie arbeiten eine Rahmenplanung heraus, die in Regelwerk und Gestaltungsleitfaden baulich-räumliche Festsetzungen in möglichen zeitlichen Entwicklungen empfahl. Diese prozessoffene Strategie, die in Zusammenarbeit mit dem Lenkungskreis, externen Beratungsgremien und der Initiative ‚Labor München‘ erarbeitet wurde, sieht demnach einen Plan vor, der im Grunde alles ermöglichen soll.


Recognition

Can creativity, urbanism, quality, openness and diversity be planned?
Overall this case study shows a different kind of understanding of time, especially when you look at the field „laboratory“. During the neighborhood development, the maneuver was and still is challenged by the interests of an accelerated economic pressure, preserving the existence of creative temporary players, the interests of future residents and other players, as well as keeping unexpected events in mind.

After the sophisticated design of Kazunari Sakamoto for the redesign of the Werkbund neighborhood was declined in 2008 due to social and economic reasons, the state capitol Munich (Free State Bavaria and municipal utilities) saw the chance to reopen the award competition for a cohesive planning for the whole neighborhood (about 20 ha) in 2011. Since the 1990ies creative usages have settled in the northern part of the area, which also have been considered to resettle in two land-marked halls, forming a creative quarter. About 900 apartments with social infrastructure, office spaces, retail stores and educational facilities also had to placed within the entire quarter.
Therefore Munich had to look for an innovative planning approach, engaging with the neighborhood and pursuing it's potentials and synergy effects within an entire urban structure and process.

Teleinternetcafe together with TH Treibhaus Architects won the competition, even though they evaluated and edited important award groundwork. They developed four construction fields and recommended four 'time spaces': Laboratory, field, park and platform, to be realized at different speeds. In their assessment the northern, presently the creative space 'laboratory', which was meant to be torn down completely, offers structures, which are to be obtained and only complemented gradually.
This attitude helped the award winners to multiply the required creative usage within the area. The decision to create an additional free space between the 'laboratory' and the land-marked halls has caused an construction density overrun in the areas 'field' and 'platform' where the 900 apartments are located. The residential construction is supposed to occur dense and fast in favour for a gradual and slow development of the 'laboratory'. While the construction will be included by §34, presently construction implementations are set on the other three areas over new construction plans.

After the award decision an euphoria could be felt within the whole neighborhood: under the motto 'new beginning' many workshops and art campaigns took place. Shortly afterwards the initiative 'Labor München' was founded, a collective association of the neighborhood's institutions, consisting of 13 artistic, creative-economic and sozio-cultural players, who serve as central contact persons for the city and neighborhood as well as a driving force for the quarter. The following VOF-procedure was also given to the award winners, who are working on a framework, recommending policies and design guidelines for constructional-spacial assessments in possible time developments. The process open strategy, which was worked on by a steering group, external consultation committees and the initiative 'Labor München', has the plan to enable almost everything.


Fragen und Reaktionen

Wie komplex ist Planung?
Und: Wie viel muss Planung können?
Wie weit müssen dabei die eigenen Grenzen überschritten werden?
Das bedeutet auch: Wie weit kann man aus seiner eigenen disziplinären Haut heraus?
Wo liegen die eigenen Grenzen?

Michael Koch AR SP:
„...wenn es um innovative, Grenzen überschreitende Dinge geht, dann geht es immer auch um die Grenzen der vorhandenen Akteure und um Aspekte, die Grenzen überschreitend geschehen. Und das ist immer mit Zumutungen verbunden. Zum Beispiel mit der Zumutung, dass man sich aus seinem gewohnten Denk- und handlungsrahmen herausbewegt und etwas wagt. In dem Zusammenhang ist mir der Begriff des „Vertrauens“, den Andreas auch genannt hat, in Erinnerung geblieben, dass solche Prozesse, wo Grenzen überschritten werden, eben auch dieses Vertrauen brauchen, das wir gemeinsam in Experimenten nutzen können.“

„Wenn jemand über den Boden verfügt, dann kann er auch bestimmte Spielräume öffnen, als wenn er nicht darüber verfügt. Aber: Gleichwohl könnte er dann trotzdem auch ein paar Experimente machen... Wer nutzt diese Möglichkeit?“

„Wer hat die Zeit, wer gibt das Geld, wer nimmt es auch für welche Interessen? Da müssen wir sehr genau werden.“



Questions and reactions

How complex is planning?
And: How much should planning be able to do?
How far do we have to cross our boundaries?
This also means: How far can I leave my own disciplinary skin?
Where do our boundaries lie?

Michael Koch AR SP:
“... when it comes to innovative, boundary-crossing things, then it also always comes down to the boundaries of existing players and to aspects,which happen beyond boundaries. And this is always connected to impositions. For example with the imposition of moving beyond your own familiar thinking and acting frame and daring something. In this context the mention of 'trust' from Andreas has remained, that such processes, where boundaries are crossed, need this trust, we can use for experiments together.”

“When someone has the ground floor, then this someone can also open certain scopes, than when not. But: Nevertheless he could however also conduct a few experiments … Who seizes this opportunity?”

“Who has the time, who finances, who takes it for which interests? This we have clarify with certainty.”


IMG:





Modul 1: Ruck Zuck / Montagsmaler
Module 1: Ruck Zuck / Monday Painters
Beschreibung

Eine Basis schaffen – Ein gemeinsames Verständnis von Begrifflichkeiten und Bildern: Spielerisch – und alle Anwesenden einbeziehend – soll zu Beginn des dreitägigen Symposiums die gleiche (Bild-)Sprache gefunden werden. In einer Variation der Spielshows "Ruck Zuck" und "Montagsmaler" treten vier interdisziplinäre Teams gegeneinander an, indem sie sich innerhalb ihrer Gruppen raumrelevante Begrifflichkeiten erklären und erraten. Ziele beider Spielformate und anschließenden Diskussionen sind, die Mehrdeutigkeit von Bildsprache(n) und deren disziplinäre Verwendungen und Verständnisse aufzuzeigen genauso wie sich auf eine gemeinsame Definition zu einigen, um sie im Glossar einer "WandZeitung" festzuhalten.


Description

Creating common ground – a common understanding of terms and pictures: playfully – and including all attendants – the same language is to be found at the beginning of the symposium. In a variation of the TV game-show four interdisciplinary teams compete against each other, explaining and guessing space relevant terms within their own teams. The goals during the game and in following discussions are to specify the ambiguity of imagery and their disciplinary usages and understandings as well as to agree on a common definition, and keep record of them of the 'wallpaper'.


Ruck Zuck N° 1

R1 Team: Hilke Berger TW KW, Jens Dangschat SO, Ton Matton BK UD, Gerko Schröder LA, Jakob Schmid SP

Begriff: Planung
Gegenteil von verwirrt - regeln, ordnen - im voraus - etwas regeln, nicht unkontrolliert - Dinge in Regeln fassen - nach vorne schauen – das gestalten Leute - ich bin total unorganisiert, ich brauche mehr – ich brauche einen Master...

Begriff: Methode
Ton Matton BK UD:
"Ich habe einen Ort, der ist sehr nützlich für viele Leute, die nicht wissen, was sie wollen. Man geht an eine Uni und dann lernt man, wie man es machen muss. Und wenn man es dann weist, dann kann man es öfter wiederholen damit man noch besser wird. Man könnte sagen: übertrieben wissenschaftlich, übertrieben deutsch …Fachidioten!"

Begriff: Struktur
Die Gliederung stimmt nicht, du brauchst eine bessere - was ist das Gegenteil von Unordnung? - gib dem ganzen Mal eine - dann wird’s noch besser...

Dimensionen
→ Planungsverständnis kontextualisieren
→ Planung kontrolliert und regelt, Planung gestaltet aber auch
→ Den stadtplanerischen „Methodenkoffer“ mit künstlerischen und kreativen Prozessen erweitern
→ Planung braucht Struktur(en). Aber diese Strukturen sind abhängig von Maßstab, Planungssaufgabe und Planungskultur.
→ Ohne Strukturen kann man keine Planung entwickeln
→ Strukturen sind auch eine Ebene des Entwerfens und der Gestaltung: wieviel wird vorgeben und wieviel wird freigelassen.
→ Strukturen setzen Rahmen und Strukturen können Möglichkeiten und Freiräume schaffen

Ruck Zuck N° 2

R2 Team: Christina Besmer KA ET, Benjamin David GE KO TG UR VW, Melanie Giza DE UR, Martin Kohler LA FO, Korinna Thielen AR VW SÖ

Begriff: Akteure
Die Schauspieler in Städten - die, die in großen Runden sitzen und zusammenarbeiten - in Städten - mit denen du als Städtebauer zu tun hast - als Planer - eine andere Sorte Schauspieler - die Täter - Investoren! - die Handelnden...

Begriff: Utopie
Thomas Morus hat eine Insel beschrieben - ein Ort den man sehen kann, den es aber nicht gibt - ein Ideal, ein Idealort - nicht Dystopie - eigentlich auch so ein irres Wort wie Vision - so ein großes Wort noch größer als Vision - wenn wir alle Visionen ganz weit in die Zukunft denken und wir alles für möglich halten und wir uns alles vorstellen und uns ganz frei machen - eine Gesellschaft ohne Grenzen, ohne Geld, ohne Macht...

Begriff: Identität
Eine Person kann es sein, es ist ein Selbstbild - oder ein Ort kann es sein, eine Zuschreibung - wie man sich so als Subjekt wahrnimmt und positioniert - ein Quartier wird beschrieben - kein negatives Wort, sondern eher Charakter - als eine ethnische, eine als Mann und Frau - was subjektives - für dich ist das alles - als Person...

Dimensionen
→ Künstlich getrennte Akteure durch (planerische bzw. Verwaltungs-)Strukturen.
→ Begriffe sind nicht neutral. Sie müssen kontextualisiert werden.
→ Utopien und Dystopien als Analysematerial für die Gegenwart
→ Utopie als allgemeiner Begriff über das planerische hinaus: Anschlussfähigkeit und gemeinsames Verständnis.
→ Identität als Zuschreibung und gleichzeitig als subjektive Positionierung

Ruck Zuck N° 3

R3 Team: Sabrina Gieron AR BI, Rudolf Klöckner SP, Jan Lange ET KA, Christine Preiser SO, Frauke Woermann AR PE

Begriff: Analyse
Wenn ich versuche bestimmte Strukturen zu erkennen oder bestimmte Muster zu erkennen - wenn ich Methoden benutze, um etwas auszuwerten - der Prozess der Auswertung - der Prozess der Erhebung - wenn ich mir einen Fall einfach ganz genau angucke - Ich hab ein praktisches Problem und ich will das lösen. Und um das zu lösen, erstellen ich eine – ich gucke mir an, was im Feld stattfindet - vor der Umfrage muss ich erstmal das machen...

Begriff: Instrument
Wir haben Methoden, Techniken und - ich verfolge mit diesen Dingen, die ich beschreibe ein Ziel – ich benutze diese Dinge - ich tu so, als wäre ich Planer - ich möchte etwas umsetzen - um das umzusetzen brauche ich - mehr technisch – ganz konkrete Sachen, um etwas bearbeiten zu können – in einem Orchester spielen ganz viele – eine Methode hat verschiedene Erhebungs...

Begriff: Ressource
Wenn man eine Planung macht, dann schöpft man ja aus ganz vielen Themenbereichen und dafür ein anderes Wort - die Werte - die Grundvoraussetzung - das sind sowohl die Menschen, die das leben - und dann ist es noch ein Stück mehr - also ganz viele verschiedene Wissensarten...

Dimensionen
→ Instrumente werden in der alltäglichen Praxis von Architekten, Planern und Ingenieuren kaum gebraucht.
→ In den Stadtforschungsdisziplinen sind Instrumente grundlegend für Qualität und Reichweite der eigenen Forschung / Praxis.
→ Analysen sind alltägliches Werkzeug, über dessen Einsatz man nicht nachdenkt, sondern die als Prozess im Hintergrund ablaufen.
→ Ressource ist alles: Aber Kultur wird häufig nicht als Ressource begriffen, während Menschen gerne als „Ressource“ in Partizipationsprozessen bezeichnet werden.

Ruck Zuck-Stechen: Team N° 1 vs. Team N° 3

Begriff: Erschließung
Wenn neue städtebauliche Gebiete entdeckt werden und geändert werden- ein neues Wohngebiet wird gebaut, was wird da zuerst gebaut? - Infrastruktur ganz normal gesagt - Straßen, Kanäle, Stromversorgung - ich mache ein Gebiet urbar - auf ganz klassische Weise - du hast ein Rätsel zu lösen und du schaffst das, dann hast du dir das…

Begriff: Material
Dinge, die legt man als Vorrat hat - eher dinglich, ein Ding ist ein – ein Planer hat grundsätzlich ein Vorrat an - verschiedene Dinge, die ich brauche, um etwas zusammenzusetzen - praktische Dinge - wenn ich an die Stadtquartiere denke - Knete ist ein - Ton ist ein…


Montagsmaler

Die „Bildsprachen“ der Disziplinen sind in den Gif-Animationen unten festgehalten. Je nach fachlichem und persönlichem Hintergrund variieren die gewählten bildlichen Erklärungsversuche. Als Beispiel sei hier der Begriff „Detail“ genannt, der mit dem Hintergrund eines Architekturstudiums scheinbar unweigerlich mit einem Fensterdetail verbunden ist, während außerhalb dieses Kontextes auch eine Blume ein Detail in der Stadt sein kann.

Montagsmaler N° 1

M1 Team: Ralf Harder PE KW KO, Stephanie Haury DU VW, Timothy Pape AR KW
Begriffe: Perspektive, Image, Detail

Montagsmaler N° 2

M2 Team: Charlotte Herbst UD SP, Torsten Lange AR TG, Michael Ziehl SP AR
Begriffe: Raum, Kommunikation, Prozess

Montagsmaler N° 3

M3 Team: Tore Dobberstein ÖK KO, Janina Kriszio FI VA, Hendrik Weiner AR UD
Begriffe: Städtebau, Feldforschung, Transformation

Dimensionen
→ Spielerisches Format als Methode: aufdecken von Sicht- und Sprechweisen, aufbrechen von Barrieren, einbinden aller Teilnehmenden
→ Unterschiedliche Sprachen: Bildsprache und gesprochenes Wort
→ Sensibilisierung: unterschiedliche Verwendung und Bedeutung von Wort und Bild
→ Gemeinsames Bewusstsein: Mehrdimensionalität von Begriffen, keine einheitliche Definition und Sichtweise möglich, dafür aber das Wissen um verschiedene Deutungs- und Bedeutungsmöglichkeiten je nach disziplinären und individuellem Kontext

Kommentar: Raum
Michael Koch AR SP:
„Beim schnellen Zeichnen des Begriffs Raum wurde spontan mit einem Verständnis vom physischen Raum gearbeitet. Aber wir reden häufig auch über den sozialen Raum, den ökonomischen Raum, den kulturellen Raum. Über diese weiteren Dimensionen des Raum-Begriffes muss man sich verständigen.“


Tagesresümee

Michael Koch AR SP:
„Welche Grenzen, wessen Grenzen, wie viele Grenzen? In dem Zusammenhang interessiert mich besonders die persönliche Dimension:. Wenn es um Grenzüberschreitungen geht, dann geht es darum, dass man aus seinem gewohnten fachlichen und sozialen Kontext hinaustritt, weil man aus bestimmten Gründen das Bedürfnis verspürt hat sich neue fachliche und soziale Kompetenzen anzueignen.“

Kai Vöckler UR DE:
„Wir haben, glaube ich, heute, für mich, und ich denke mal, stellvertretend für alle im Raum, eine hohe Sensibilität entwickelt, was die Begrifflichkeiten angeht mit denen man agiert.“


Ruck Zuck N° 1

R1 Team: Hilke Berger TW KW, Jens Dangschat SO, Ton Matton BK UD, Gerko Schröder LA, Jakob Schmid SP

Term: Planning
opposite of confused – to control, to order – beforehand – to control something, not uncontrolled – to set things in rules – to see into the future – people design this – I am totally unorganized, I need more, I need a master...

Term: method
Ton Matton BK UD:
"I have a space, very useful to many people, who do not know what they want. You go to university and then learn how to do it. And when you know it, you can do it again to become even better. You could say: excessively scientific, excessively German, … Nerds!"

Term: structure
the arrangement isn't right, you need a better – what is the opposite of mess? - give it a – then it will be much better

Dimensions
→ contextualize planning understanding
→ planning controls and controls, but also designs
→ expand the urban planning 'method suitcase' with artistic and creative processes
→ planning needs structure(s). but these structures are independent of scale, planning duty and planning culture
→ without structure no planning
→ structures are also a level of designing and arrangement: how much is set and how much is released
→ structures set framework and structures can create possibilities and open space

Ruck Zuck N° 2

R2 Team: Christina Besmer KA ET, Benjamin David GE KO TG UR VW, Melanie Giza DE UR, Martin Kohler LA FO, Korinna Thielen AR VW SÖ

Term: Players
the actors in cities – those who sit in big rounds and work together – in cities – with whom you deal with as an urban constructor – as a planer – a different kind of actor – the doers – Investors! - the doers...

Term: utopia
Thomas Morus described an island – a place you can see, but doesn't exist – an ideal, an ideal place – not dystopia, also a confused word like vision – a much bigger word than vision – when we think all visions into the future and think that everything is possible and we can imagine everything – a society without boundaries, without money, without power...

Term: identity
it can be a person, it is a self-image – or it can be a place, a description – how you see yourself as a subject and position yourself – not a negative word, more a character – as an ethnic, as a man or a woman – something subjective – it is everything for you – as a person...

Dimensions
→ artificially separated players through planning and organizational structures
→ terms are not neutral. They have to be contextualized
→ utopias and dystopias as analytic material for the present
→ utopia as a general term beyond the planning: connectivity and common understanding
→ identity as an ascription and at the same time a subjunctive positioning

Ruck Zuck N° 3

R3 Team: Sabrina Gieron AR BI, Rudolf Klöckner SP, Jan Lange ET KA, Christine Preiser SO, Frauke Woermann AR PE

Term: analysis
when I try to detect certain structures or certain patterns – when I use methods to evaluate something – the process of the evaluation – the process during the survey – when I look at case very carefully – I have a practical problem and I want to resovle it. And in able to resolve it I create – I look at what's happening in the field – before the survey I have to first make an...

Term: instrument
We have methods, techniques and – I follow these things, I describe a goal – I use these things – I'm acting as if I were a planner – I want to realize something – and to realize this I need – more technical – very specific things to work on something – many of them play in an orchestra – a method has different survey...

Term: resource
When you're planning then you draw from many topic and a different word for that – the values – the main condition – it is the people with life – but also a lot more – so many different kinds of knowledge...

Dimensions
→ instruments are hardly used in the daily lives of architects, planners and engenieurs
→ instruments are essential for the quality and reach of your own research project in urban research disciplines
→ analysis are everyday tools you don't give any notice to, but which run as background processes
→ resources are everything: but culture is often not seen as a resource, while people are gladly named 'resource' for participation processes

Ruck Zuck Play Off: Team N° 1 vs. Team N° 3

Term: development
when new urban construction areas are found and changed – a new residential area is built, what is built first? - infrastructure in a simple word – streets, canals, electricity distribution – I'm cultivating an area – in a classical sense – you have to solve a riddle and you achieve it, then you have...

Term: material
things you have in reserve – more in rem, a thing is a thing – a planner generally has a reserve of – different things I need to put something together – practical things – when I think about urban neighborhoods – dough is a – clay is a …


Monday Painters

The image languages of disciplines are captured in GIF animations below. Depending on professional and personal backgrounds the imagery explanation attempts vary. As an example the term “detail” is given, which inevitably is combined with a window detail in combination with an architectural background, while outside of this context a flower can also be an urban detail.

Monday Painters N° 1

M1 Team: Ralf Harder PE KW KO, Stephanie Haury DU VW, Timothy Pape AR KW
Terms: perspective, image, detail

Monday Painters N° 2

M2 Team: Charlotte Herbst UD SP, Torsten Lange AR TG, Michael Ziehl SP AR
Terms: space, communication, process

Monday Painters N° 3

M3 Team: Tore Dobberstein ÖK KO, Janina Kriszio FI VA, Hendrik Weiner AR UD
Terms: urban construction, field research, transformation

Dimensions
→ playful format as a method: revealing ways of perspective speech, breaking barriers, including all participants
→ different languages: imagery and spoken word
→ sensitization: different usages and meanings of word and image
→ common awareness: multiple dimension of terminologies, no uniform definition and perspective possible, but the knowledge on different interpretation and meaning possibilities according to disciplinary and individual context

Comment: Space
Michael Koch AR SP:
„During the fast drawing of the term space, the understanding of physical space was worked with. But we often also speak of the social space, the economic space, the cultural space. We have to communicate further dimensions of the space terminology.“


Résumé of the Day

Michael Koch AR SP:
„Which boundaries, whose boundaries and how many? The personal dimension is particularly interesting to me: When it comes to crossing boundaries, it's about stepping out of one's own professional and social safe zone, because one has the need to acquire new professional and social competences.“

Kai Vöckler UR DE:
„Today we have, I think, developed a high sensitivity for terminologies we use, not only for myself, but also representative for all here today.“


IMG:





2.1: Learning from…
Module 2.1: Learning from...
Beschreibung

Learning from… Pecha Kucha. Im ersten Teil wird der Frage nachgegangen, durch welche Veränderungen die stadtgestaltende und -forschende Praxis bereits geprägt wird. In Pecha Kucha- Präsentationen sollen alle Anwesenden von den Erfahrungen (inter)nationaler GrenzgängerInnen profitieren, die ihre innovativen Ansätze bereits in Forschung und Praxis erproben und damit von resultierenden Problemen aber auch Chancen berichten können. Fokussierungen auf die Terminologien von Macht, Zeit oder Raum geben den einzelnen Blöcken Struktur. Machtstrukturen fragen nach den AkteurInnen und Produzierenden, danach ‚wer’ eigentlich Stadt macht. Das ‚wie’ steht für die Zeitstrukturen in der Planung: In welchen Prozessen, Zeiträumen und Geschwindigkeiten werden Räume produziert? Und schließlich hinterfragen Raumstrukturen, ‚was’ produziert wird. Theoretische und praxisbezogene Vorträge wechseln sich dabei ab. Am Ende eines jeden Blocks formulieren die Pecha Kucha- ReferentInnen gemeinsame Thesen.


Description

Learning from... Pecha Kucha. During the first part the question, which changes have already shaped urban designing and researching practices, is pursued. In pecha kucha presentations all attendants should profit from the experiences of (inter)national boundary crossers, who already are testing their approaches in research and practice and can talk about resulting problems and possibilities. With a focus on the terminologies power, time or space structure each block. Power structures ask about players and producers, 'who' creates the city. The 'how' stands for time structures during planning processes: In which processes, time spaces and speed are spaces created? And eventually space structures question 'what' is produced. Theoretical and practice-orientated lectures are held alternately.



Thesen: Learning from N° 1: Zeit

Z1 Lukasz Lendzinski AR DE, umschichten.de: „Entstehen und Vergehen“
→ Entstehen und Vergehen N°1. Oder: Der Bau und Rückbau in Raum-Zeit-Lücken.
→ Entstehen und Vergehen N°2. Oder: Zeitlich begrenzter Materialfetisch.
→ Die Zeit verdichten. Oder: Den Planungs- und Bauprozess auf einer 72-Stunden-Baustelle verdichtet erlebbar zu machen.
→ Die Zeit dehnen: Neue Funktionen in der Phase des Rückbaus inszenieren.

Z2 Alexander Römer AR, constructlab.net: „Aktivierung des Unsichtbaren“
→ Raum-Zeit-Lücken nutzen, um Orte zu aktivieren, Unsichtbares sichtbar zu machen.

Z3 Jan Philipp Stephan SP VW, Abteilungsleiter Übergeordnete Planung, FA Stadt und Landschaftsplanung, BA Eimsbüttel, www.hamburg.de/eimsbuettel/: „Taktgeber“
→ Die Verwaltung als übergeordneter Taktgeber: Ermöglicher und Schiedsrichter in der Entwicklung von Stadträumen.

Z4 Leon Roloff AR PE, ufd.hamburg: „ZEIT. Gestaltete Stadt und urbane Raumproduktion“
→ Zeit ist Raum erleben und Raum benutzen.

Kommentare zu Z1-Z4
Jens Dangschat SO:
"Eigentlich wurde nur über den Raum geredet. Und als ich dann die vielen Bälle gesehen hab, wie viel man mit der Zeit spielen könnte, hab ich mich gefragt, warum immer nur drei Bilder angefasst wurden?
Dann kam einmal die Frage, ist etwas temporär oder fix? Temporär im Sinne von vorübergehend, in Bewegung bleibend usw. Der zweite Ball, der angefasst wurde, war, in Etappen zu denken, in Abläufen zu denken, Zeittaktierung sichtbar zu machen. Und der dritte Ball: frühere Nutzung - jetzige Nutzung; und wie gehen wir in Zukunft damit um? Und es waren immer Bilder im Raum. Also, es scheint Mühe zu machen, in dieses Feld Zeit hineinzugehen."

"Wir müssen auf zwei ganz unterschiedliche Arten von Zeit achten, nämlich objektive Zeit und subjektive Zeit.
Das heißt, wir müssen über diese Dinge ganz anders nachdenken und das bedeutet objektive und subjektive Zeit zusammendenken."


Michael Koch AR SP:
„Ja, das ist deutlich geworden ist und Jan Philipp Stephan hat das durch einen anderen Blick auf Zeit ergänzt: Er hat die Reglementierung von Zeitstrukturen durch die Verfahren genannt, die offiziellen, die zwingenden Strukturen, die man vielleicht in der Verwaltung benutzen muss und die eigentlich die Zeit reglementieren.“

„Wenn wir über Entwicklungen in der Stadt diskutieren wollen, dann braucht es die Zeit, braucht es die Zeiträume, es braucht ein bewusstes Einsetzen, welchen Erfahrungen man auch Raum lässt, damit Aneignung stattfinden kann, damit Nutzung stattfinden kann.“



Thesen: Learning from N° 2: Raum

R1 Michael Obrist AR, www.feld72.at: „Sozialer Raum“
→ Raum ist der Raum des gemeinschaftlichen Ausprobierens und Entwickelns.

R2 Jette Hopp AR DE, snohetta.com: „Space is generosity?“
→ Sich bewusst machen, dass Regularien umgangen werden können, indem die Funktion von Architektur erweitert, interpretiert, modifiziert wird.

R3 Kai Vöckler UR DE, archis.org/interventions/: „Urbanistische Herausforderungen, neue Arbeitsfelder“
→ Postkonfliktplanung und Postregulation in Krisenräumen. Oder: Wie plant man ohne Plan? Die Stadt als Schlüssel zur Entwicklung friedensstiftender, kooperativer Strategien in Krisensituationen. Hier sind transdisziplinäre urbanistische Strategien erforderlich, um Räume zu schaffen, die eine konfliktüberwindende, zukunftsweisende Entwicklung ermöglichen.

R4 Stefan Rettich AR UR, www.karo-architekten.de: „Neue Ruralität“
→ Sich dem territorial grenzüberschreitenden Potential der Kulturlandschaft bewusst werden.

Kommentare zu R1-R4
Michael Koch AR SP:
„Ich fand den Begriff "Right to roam" von Jette Hopp auch sehr spannend, weil sie damit besonders einen Aspekt, nämlich die Wahrnehmung, das „Erfahren“ von Raum sehr anschaulich gemacht hat. Kai hat in seinem Beispiel auf das Recht an Raum hingewiesen, überhaupt das Recht und die Möglichkeit zu haben, Raum zu lesen oder zu gestalten. Er hat auf eine sehr elementare Art und Weise auf einen Aspekt verwiesen, den wir gestern hatten: Akteure und ihre „Raum verhaftete“ Identität. Menschen können nur aktiv Raum gestalten, wenn ihnen die Möglichkeiten dazu angeboten werden, wenn sie als Akteure überhaupt auch handlungsfähig werden. Zuletzt hat Stefan Rettich den zentralen Aspekt von „Zuständigkeit“ angedeutet und damit einen wesentlichen Aspekt aufgezeigt für die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen.“

Jens Dangschat SO:
"Mit Kai Vöckler ist was ganz anders angesprochen worden: Macht, das Thema, das wir jetzt als Nächstes haben: - Also Wirtschaftsmacht, Entscheidungsmacht, urbane Macht – Das heißt die Vielfalt eigentlich - an einer Stelle hast du angedeutet – im Grunde die globalen Zusammenhänge, die vor Ort in katastrophaler Weise wirksam werden.“

„Was ist eigentlich ein Grenzgänger? Was versteht man eigentlich unter Grenzgängen? Ein Grenzgänger ist das jemand, der klar an der Grenze geht oder überschreitet er die Grenze? Gerne? Ungern? Eine Grenze? Mehrere Grenzen? Ein Grenzgänger geht an einer Grenze entlang, aber nur an einer. Und wenn man dann dieser Broschüre nachgeht; was wird eigentlich über Grenze und Grenzgänge gesagt: Da ist etwas klar umrissen, da wird an den Rändern von Disziplinen geschaut, da werden Arbeitsfelder erwähnt, da wird was von Schnittstellen gesagt und dann – und das ist eben „Learning from“ – über die Grenzen hinweg Erfahrungen austauschen. Aber das ist aus Sicht eines Soziologen eindeutig eine Sicht auf Grenzen, übrigens Grenzen, die man gar nicht sieht."



Thesen: Learning from N° 3: Macht

M1 Isabel Finkenberger SP TW, www.studioifplus.org: „Stadt sehen“
→ Neue Perspektiven auf Stadtentwicklung durch kulturelle Praxis und prozessoffene Strategien an konkreten Orten in Kooperationen mit lokalen Akteuren.

M2 Tatjana Schneider AR TG, www.sheffield.ac.uk/architecture: „These: Wandel muss gezeichnet werden.“
→ Wenn ArchitektInnen Texte über soziale Prinzipien, Ethik und ökonomische Zusammenhänge in der Architektur nicht lesen, dann können vielleicht gerechte Details diese Notwendigkeiten vermitteln?

M3 Frauke Burgdorff PR PE, www.montag-stiftungen.de: „Der Ort des leichten Handelns“
→ Eine Plattform für Selbstwirksamkeit und leichtes Handeln schaffen. Und die Macht ins Zentrum des eigenen Interesses stellen.

M4 Ton Matton BK UD, www.mattonoffice.org:“ Potemkinsche Straße“
→ Klare Aufgabenbereiche sichern die eigene Macht.

Kommentare zu M1-M4
Jens Dangschat SO:
"Man sollte selbstbewusster mit Macht umgehen und auch bestimmte Machtansprüche hegen.“

„Wer macht Stadt? Das heißt, wir müssen uns klar darüber sein, wenn wir Stadt machen, dass wir eigentlich Macht ausüben.“

„Herrschaft bedeutet eine legitimierte Form von Machtausübung.“

„Wir müssen uns unsere Anteile nehmen. Und das bedeutet aber auch, wir müssen das, was uns menschlich ausmacht, ein Stück weit zusammenlegen und professionalisieren: selbstbewusster durch unsere Fachkompetenz gegenüber anderen agieren.“

„Der Heimatbegriff, dort wo das leichte Handeln ist. Das heißt, wo Grenzen nicht spürbar sind oder die Grenzen, die es gibt für mich kein Problem sind.“



Theses: Learning from N° 1: Time

Z1 Lukasz Lendzinski AR DE, umschichten.de: „Emerging and vanishing“
→ emerging and vanishing N°1. Or: The construction and renaturation in space-time-holes
→ emerging and vanishing N°2. Or: temporary limited material fetish
→ intensifying time. Or: making the planning and construction process more perceptible on a 72 hour construction site
→ extending time: staging new functions during the renaturation phase

Z2 Alexander Römer AR, constructlab.net: „Activating the Invisible“
→ using time-space-gaps to activate places, making the invisible visible

Z3 Jan Philipp Stephan SP VW, Abteilungsleiter Übergeordnete Planung, FA Stadt und Landschaftsplanung, BA Eimsbüttel, www.hamburg.de/eimsbuettel/: „Impulse Generator“
→ administration as a superior impulse generator: generator and referee in the development of urban spaces.

Z4 Leon Roloff AR PE, ufd.hamburg: „TIME. Designed City and urban space production“
→ time is experiencing space and using space

Comments on Z1-Z4
Jens Dangschat SO:
"We only spoke about space. And as I then saw the many balls, how much we can play with time, I asked myself, why only three pictures we looked at. And then the question was asked, what is temporary and what is fixed? Temporary in the sense of transitional, staying in motion etc. The second ball was to think in stages, in processes, to clarify time tacticians. And the third ball: former usage – current usage; and how do we enter the future with them? And there were always pictures in the room. So it seems to be difficult to enter this field of time.”

“We have to regard two very different types of time, objective and subjective time. This means that we have to think about these things very differently, meaning thinking objective and subjective time together."


Michael Koch AR SP:
„Yes, this has become clear and Jan Philipp Stephan has complemented it through a different view on time: He mentioned the implementations of time structures by procedures, the official, the binding structures you maybe have to use and which actually order time.“

„When we want to discus urban developments, it will take time, it will need time-spaces, we will need a conscious usage, which experiences will be given space to allow appropriation so that usages can take place.“



Theses: Learning from N° 2: Space

R1 Michael Obrist AR, www.feld72.at: „Social Space“
→ space is the space of common exploring and developing

R2 Jette Hopp AR DE, snohetta.com: „Space is generosity?“
→ to be aware that rules can be evaded by broadening, interpreting and modifying the function of architecture

R3 Kai Vöckler UR DE, archis.org/interventions/: „Urban challenges, new fields of work“
→ post-conflict planning and post-regulation in times of a crises. Or: How do we plan without a plan? The city as a key for developments of peace-bringing, cooperative strategies in crises situations. Transdisciplinary urban strategies are needed to create spaces generating a crises-overcoming, future-orientated development

R4 Stefan Rettich AR UR, www.karo-architekten.de: „New Rurality“
→ to be aware of the territorial boundary-crossing potential of the cultural landscape

Comments on R1-R4
Michael Koch AR SP:
„I also thought the term 'Right to Roam' from Jette Hopp to be very exciting, as she has particularly illustrated an aspect, namely the perception, the 'experience' of space. Kai had indicated the right to space in his example, even having the right and the possibility to read and design space. He had referred to a certain aspect quite elementary we had yesterday: Players and their 'space-oriented' identity. People can only design space actively, if possibilities are given, if they as players are able to take action. At last Stefan Rettich implied the central aspect of 'responsibility' and thus showed the significant aspect how to take responsibility.“

Jens Dangschat SO:
"Kai Vöckler has addressed something completely different: Power, the topic, we will discuss next: - meaning economic power, power of decision, urban power – actually meaning the diversity – at one point you noted – basically the global connections, which can take effect quite catastrophically.”

“What is a boundary crosser? And how do we understand boundary crossings? A boundary crosser is someone walking along the border or has he crossed the border? With pleasure? Or not? One border? Many borders? A boundary crosser walks along the boundary, and only along one. And orientating along this brochure; what is actually said about border and border crossings: something is clearly outlined, the edges of professions are looked at, fields of professions are mentioned, overlappings are discussed and then – and this is precisely “learning from” - exchanging experiences beyond boundaries. But this is, from a sociologist's point of view, exactly one view on boundaries, and by the way boundaries you cannot see."



Theses: Learning from N° 3: Power

M1 Isabel Finkenberger SP TW, www.studioifplus.org: „Seing the City“
→ new perspectives on urban development through cultural practices and process-open strategies at specific places in cooperation with local players.

M2 Tatjana Schneider AR TG, www.sheffield.ac.uk/architecture: „Theses: Change has to be drawn“
→ when architects do not read texts on social principles, ethics and economic relations, then maybe fair details can convey these necessities?

M3 Frauke Burgdorff PR PE, www.montag-stiftungen.de: „The space of easy doing“
→ creating a platform for self-efficacy and easy doing. Putting power at the center of your own interests.

M4 Ton Matton BK UD, www.mattonoffice.org:“Potemkinean Street“
→ clear fields of work secure your own power

Comments on M1-M4
Jens Dangschat SO:
"One should deal with power more confident and also entertain certain claims on power.”

“Who makes cities? This means, we have to be clear on actually wielding power when creating cities.”

“Reign is a legitimised form of wielding power.”

“We have to take our shares. Also meaning combining and professionalising what makes us human: acting more confident with our own expertise against others.”

“The homeland term, where the easy action is. Meaning, where boundaries cannot be felt or boundaries which aren't a problem for me."



IMG:








2.2: Learned!
2.2: Learned!
Beschreibung

Learned! Zusammen mit den ReferentInnen und einem/r ModeratorIn teilen sich die Teilnehmenden anschließend in Tischgruppen auf. In mehreren Tischrunden werden neue Aufgabenfelder und Schnittmengen stadtbezogener Disziplinen benannt, Chancen und Herausforderungen vertiefend diskutiert.


Description

Learned! Afterwards participants, speakers and presenters work out new interfaces and task fields (with related chances and challenges) in several ‘table groups’.


Tischrunden

T6 (International) Michael Ziehl SP AR (mit Alexander Römer AR und Jette Hopp AR DE)
→ Andere Arbeitskonditionen! Wie und wo wollen wir arbeiten? Ein transdisziplinärer Arbeitsalltag erfordert neue Arbeitsstrukturen und Arbeitsräume.

T4 Anna Richter SO UD (mit Stefan Rettich AR UR und Tatjana Schneider AR TG)
→ Disziplinäre Gemeinsamkeiten finden! Ein besseres Verständnis durch ein gemeinsames Raumbild, zum Beispiel durch möglichst klare Bilder und gerechte Details sowie eine bessere Verständigung durch eine gemeinsame Sprache. Könnte die Diagrammatik eine Grundlage für eine gemeinsame (Bild)Sprache sein?

T3 Thomas Krüger SP PE (mit Leon Roloff AR PE und Kai Vöckler UR DE)
→ Programmgerechte Projekte! Unter welchen Bedingungen und mit welchem Mehrwert werden Projekte entwickelt. Wer definiert was inhaltlich passieren soll? Welche Strategien fördern den kulturellen Mehrwert nichtmarktorientierter (Zwischen)Nutzungen und Nischen?

T1 Tore Dobberstein OK KO (mit Isabel Finkenberger SP TW und Ton Matton BK UD)
→ Macht als Chance! Kunst als Chance! Brauchen wir Kunstaktionen als einen Ersatz für Stadtplanung als eine kompromissbereite Kunst: l’art pour Stadtplanung?

T5 Martin Wickel PR (mit Jan Philipp Stephan SP VW und Frauke Burgdorff PR PE)
→ Die Prozesskompetenz stärken! Die Verwaltung kann die Allgemeinwohlbindung nur herstellen, wenn sie Prozesse und mit ihnen die Einflussnahme anderer AkteurInnen strukturiert und reflektiert.

T2 Martin Kohler LA FO (mit Lukasz Lendzinski AR DE und Michael Obrist AR)
→ Professionalisierung von Nischen! Künstlerisch-interventionistische Projekte werden weiterentwickelt und professionalisiert. Ist Kunst dann noch notwendig? Wer sind die neuen VerantwortungsträgerInnen? Welche die neuen Aufgabenfelder? Sind „SchwarmarchitektInnen“, also temporäre oder projektgebundene Verbünde als eine Art „professionelle Schwarmintelligenz“ eine Möglichkeit zur Wettbewerbsfähigkeit?

Kommentare
Michael Koch AR SP:
→ Zeiträume: Zeitregime, Zeitstrukturen und Zeitmanagement müssen viel bewusster mitgedacht werden, wenn es um die Entwicklung, Implementation, Aneignung von Projekten geht. Räumliche Interventionen sind nicht in Zuständen, sondern in Zyklen zu denken, die immer wieder eine Neudeutung erfahren.
→ Die Dimensionen von Raum: Raum ist der soziale, der ökonomische, der kulturelle, der physische, … Raum. Um die vielfältigen Dimensionen von Raum zu begreifen sind unterschiedliche Annäherungen an andere disziplinäre Wissensbestände notwendig.
→ Macht und Gegenmacht: Indem die anderen Stadtgestaltenden eine Gegenmacht ausüben, stellen sie den Alleinvertretungsanspruch des Staates im Hinblick auf die Gestaltung des Gemeinwohls infrage. Was könn(t)en sie anstelle leisten?




Table Rounds

T6 (International) Michael Ziehl SP AR (with Alexander Römer AR and Jette Hopp AR DE)
→ different working conditions! How and where do we want to work? A transdisciplinary work routine needs new work structures and work spaces

T4 Anna Richter SO UD (with Stefan Rettich AR UR and Tatjana Schneider AR TG)
→ finding disciplinary common grounds! A better understanding through a common picture of space, for example through preferably clear images and fair details as well as a better communication through a common language. Could the diagrammatic be a foundation for a common (image) language?

T3 Thomas Krüger SP PE (with Leon Roloff AR PE and Kai Vöckler UR DE)
→ programme suitable projects! Under which conditions and with which benefit are projects developed? Who defines what should happen as regards content? Which strategies help the cultural added value for non-market orientated usages and niches?

T1 Tore Dobberstein OK KO (with Isabel Finkenberger SP TW and Ton Matton BK UD)
→ power as an opportunity! Art as an opportunity! Do we need art as a supplement for urban planning in form of a willing-to-compramise-art: l'art pour urban development?

T5 Martin Wickel PR (with Jan Philipp Stephan SP VW and Frauke Burgdorff PR PE)
→ strengthen process competences! The administration can only create a common good formation, if it structures and reflects processes and with them the influence of other players

T2 Martin Kohler LA FO (with Lukasz Lendzinski AR DE and Michael Obrist AR)
→ professionalising niches! Artistic-intervening projects are further developed and professionalised. Is art still needed then? Who are the new ones taking responsibility? Which are the new task fields? Are swarm architects, meaning temporary or project based collaborations a kind of swarm intelligence a possibility of competitiveness?

Comments
Michael Koch AR SP:
→ time spaces: time regimes, time structures and time management have to be more aware in our thinking, when it comes to the development, implementation, acquisition of projects. Spacial interventions are not be be thought in status' but in cycles experiencing new interpretations.
→ the dimensions of space: space is the social, economic, cultural and physical space. In able to understand the diverse dimensions of space different approaches and other disciplinary knowledges are essential
→ power and counter power: By wielding counter power, the other urban creators are questioning the sole representation by the state in regard to designing common good. What could they achieve instead?




IMG:





Modul 3: Reflexion
Module 3: Reflection
Beschreibung

Reflektieren – Zuständigkeiten und Bereiche klären: Welchen Teilprozess des Stadtgestaltens vertrete ich? Wie viel Einfluss habe ich auf Gestaltungsprozesse? Was machen die neuen Berufsfelder anders? Wie und worin unterscheidet sich das von meiner Praxis? Welche Grenzen sind schwierig zu überschreiten? Jede der stadtgestaltenden Disziplinen nähert sich dem ‚Gefüge Stadt’ aus einer anderen Perspektive und mit einem anderen Fokus. Nachdem ein gemeinsames Vokabular geschaffen (Modul 1) und neue Aufgabenfelder ausgearbeitet wurden (Modul 2), sollen im Modul der Reflexion die eigenen Zutritte, aber auch Zwänge bestimmende Parameter innerhalb der Professionen, dargestellt werden. Im gegenseitigen Austausch werden die Teilnehmenden für unterschiedliche disziplinäre Erwartungshaltungen sensibilisiert. Alle Dialoge werden auch hier durch die drei thematischen Fokussierungen zu Macht, Zeit und Raum strukturiert. Unterschiedliche Auffassungen und die dadurch entstehenden Barrieren und Konflikte werden durch die Besetzung in vermeintlichen Gegensatzpaaren deutlich gemacht und so ein Perspektivenwechsel ermöglicht.


Description

Reflecting – clearing responsibilities and areas: which part process of designing cities do I stand for? How much influence do I have on design processes? What makes new fields of work different? How are they different to my practices? Which boundaries are difficult to cross? Every urban designing discipline is approaching the urban fabric from a different perspective and with an alternate focus. After creating a common vocabulary (M1) and working on new fields of work (M2), the module reflection concentrates on our own entries, but also parameters determining constraints within professions. The participants will be sensitized for different disciplinary expectations in mutual exchanges. All dialogues will also be structured by the three thematic focuses of power, time and space. Different assumptions and the resulting barriers and conflicts are made clear through castings of supposedly contradicting pairs and thus enhancing changes in perspective.


Diskussion: Modul 3.1 - Raum

Spontan wurde die ursprüngliche Reihenfolge der Diskussionsrunden Zeit - Macht - Raum getauscht.

Moderation: Amelie Rost AR SP und Yvonne Siegmund AR UD
Diskussionsrunde: Hilke Berger TW, Sabrina Gieron AR BI, Stephanie Haury UD VW, Anna Kokalanova AR SP UR, Andreas Krauth AR UD, Gerd Streng AR, Frauke Woermann AR PE


Wer entscheidet, was mit dem Raum passiert? Was muss Planung leisten? Was ist das spezifische Wissen der Planer?
→ Planer sind Moderatoren, welche die Diskussionen leiten und Prozesse steuern
→ Über die Moderation hinaus muss die Transferleistung erbracht werden, die Erkenntnisse der Diskussionen in eine Plandarstellung zu bringen, die eine Vision für den Raum formuliert
→ Für die Entwicklung der Vision müssen neben dem Expertenwissen der Akteure über den Ort, neben den Anliegen der Akteure und dem Allgemeinwohl auch die spezifischen Qualitäten des Raumes berücksichtig werden, um diese auch im Transformationsprozess erhalten zu können
→ Moderation, Sammeln von Wissen, Formulierung einer Idee und Übersetzung in eine Plandarstellung als spezifisches Wissen der Planung

Was ist das spezifische Wissen der Architekten und Ingenieure? Wie sehen diese ihre Rolle im Prozess des Stadtgestaltens?
→ Kreative Verantwortung der Bauingenieure, um Visionen in konkrete Planung zu bringen und zu Material, zu Raum zu begleiten
→ Kreative Verantwortung der Architekten auch bereits in der Infragestellung des Problems > Formulierung des richtigen Problems, also der Aufgabenstellung als Basis für das Finden einer Lösung

Wie funktionieren die Schnittstellen zwischen den Disziplinen? Gibt es Lücken? Welche?
→ Unterschiede in der Verwendung von Begriffen und in der Besetzung der verwendeten Begriffe

Diskussion: Modul 3.2 - Zeit

Moderation: Yvonne Siegmund AR UD und Renée Tribble AR SP
Diskussionsrunde: Josef Brandl FI AR, Franziska Dehm SP, Tore Dobberstein ÖK KO, Saskia Hebert AR DE, Ralf Harder PE KW KO, Frauke Burgdorff RP PE, Christine Preiser SO, Alexander Römer AR, Jakob Schmid SP, Karsten Schmitz PE BK, Korinna Thielen AR VW SÖ


Zeit und Prozess: Zeit blockieren, gliedern, nutzen:
→ Unterschiedliche Gliederung von Zeit von unterschiedlichen Akteuren; Denken in Zeitabschnitten vs. Denken in „fließender Zeit“; Unterschiede können auch produktiv genutzt werden
→ Unterschiedliche Erwartungshaltungen durch Formulierung eines Plans zu Beginn des Prozesses: Einhalten des im Plan gegebenen „Versprechens“ oder Anpassung der Planung an sich ändernde Umstände, Anforderungen etc.
→ Unterschiedliche Dauer von Subprozessen innerhalb des Planungsprozesses > Braucht es einen Integrator, welcher die unterschiedlichen Prozesse wahrnimmt und orchestriert?

Zeit und Wahrnehmung:
→ Unterschiedliche Wahrnehmung von Raum abhängig von der Zeit

Kommentare
Michael Koch AR SP:
"Es sind verschiedene Stichworte zu dem Phänomen Zeit gefallen: Entschleunigte, beschleugnigte, langsam vergehende, schnell vergehende Zeit, Rhythmen von Zeit, Bedeutung von Zeit, , Struktur von Zeit, Phasen von Zeit, Pausen... Warum beschäftigen wir uns im Zusammenhang mit räumlichen Veränderungen so intensiv mit diesem Phänomen Zeit? Es geht um Entwicklungsphasen und –geschwindigkeiten. Aber wie und woran misst man diese? Und wer misst? Was ist die richtige, die adäquate Geschwindigkeit?"

Klaus Selle SP TG:
"Die Entwicklung eines Quartiers von – zum Beispiel – 40 ha kann 20 Jahre dauern. Das ist ein langer Zeitraum. Kaum jemand begleitet den Prozess von Anfang bis Ende. Es ändern sich ständig sowohl die Akteure wie deren Aufgaben. Die Stadtplanung ist eigentlich nur am Anfang dabei.
Das können die einzelnen Etappen sein: Politischer Beschluss, Wettbewerb, Übersetzung in einen Rahmenplan, Übersetzung in Bebauungspläne, der wieder politisch zu beschließen sind. Dann beginnt die Vermarktung, die Erwerber (z.B. Projektentwickler) bauen, verkaufen dann an die Bestandshalter und die vermieten an die Nutzer – und das Leben im Quartier beginnt. Zwischen diesen verschiedenen Phasen kann es zu erheblichen Brüchen kommen, die die Ausgangsidee deutlich verändern. Denn jeder Akteur eignet sich die Aufgabe aus eigener Logik an. Wer aber ein Interesse daran hat, dass das, was zu Beginn des Prozesses an Qualitäten vorgestellt wurde, tatsächlich auch gebaut wird, der muss den Versuch unternehmen, die wesentlichen Akteure dieser 20 Jahre schon zu Beginn zusammenzuführen, um sich mit allen über das, was dort entstehen soll, im Grundsatz zu verständigen.“

„Das Wort ‚Disziplin’ kommt von discipulus, kommt von ‚Schüler’. Gemeint ist also die Ausbildungsphase – z.B, in einer ‚Schule’ namens Technische Universität. Die führt zu einem Abschluss in der ‚Disziplin’ X, also z.B. Stadtplanung. Und mit dem Zeugnis bekommt man dann attestiert: „du bist jetzt StadtplanerIn oder du bist ArchitektIn’. Und das ein Leben lang… Jedenfalls scheint das so, wenn man das Wort ‚Disziplin’ hört und wie man es in Deutschland oft verwendet: Da wird aus der Ausbildung auf die ‚Laufbahn’ im weiteren Leben geschlossen. Einmal Lehrer immer Lehrer, einmal Architektin, immer Architektin. Tatsächlich geschieht im weiteren Leben aber viel – und sehr viele Menschen sind später in Berufsfeldern tätig, die wenig oder nichts mit dem ursprünglich Gelernten zu tun haben. Will sagen: Berufsbiografien sind – heute zumal – keine graden Straßen, sondern oft verwickelte Wege. Das beginnt nun auch schon in den Bildungsbiografien: zum Beispiel durch die Unterteilung der fachlichen Ausbildung auf Bachelor-, Master- und postgraduale Studiengänge. Wenn man Architektur studiert hat, dann den Master Städtebau macht, dann postgradual Immobilienwirtschaft studiert – was bitte schön ist das dann für eine ‚Disziplin’? Und dann arbeitet man vielleicht ein Jahrzehnt in einer Bank oder als Galeristin. Was ist man dann?
Dazu eine kurze Geschichte: In einer Untersuchung zu Strategien für benachteiligte Quartiere fragten wir auch immer nach der beruflichen Qualifikation der vor Ort Tätigen. Und waren erstaunt, dass z.B. in den USA Menschen in den Quartiersbüros arbeiteten, die früher mal Pfarrer waren oder Forstleute. Als wir uns danach erkundigten, warum das so ist, sagte man uns: ‚We really focus more on who the person is’.
Kurzum: In der Berufsbiografie eines Menschen addieren sich verschiedene Ausbildungen und Erfahrungen zu einem spezifischen Profil. Und daher können wir alle Teil einer professionellen Gemeinschaft sein, obwohl wir jeweils ganz verschiedene Disziplinen als Ausgangspunkte haben."


Diskussion: Modul 3.3 - Macht

Moderation: Amelie Rost AR SP und Renée Tribble AR SP
Diskussionsrunde: Christina Besmer KA ET, Benjamin David GE KO TG UR VW, Isabell Finkenberger SP TW, Melanie Giza DE UR, Jan Lange ET KA, Rudolph Klöckner SP, Elke Rauth KO UR, Leon Roloff AR PE, Friederike Schröder GE, Patricia Wedler KW MU, Michael Ziehl SP AR


Macht und Vernetzung:
→ Erfordernis einer „Hierarchie-Freiheit“ für Offenheit in inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit als Basis für Produktion von Ergebnissen
→ Interdisziplinäre Teams, um spezifische Kompetenzen nutzen zu können und Überforderung des Einzelnen entgegen zu wirken
→ Vernetzung, um Macht ausüben zu können; Suche von Verbündeten und Komplizen

Macht und Ermächtigung:
→ Erlangung von Macht durch Bündelung von Kompetenzen (Bildung von Arbeitsteams)
→ Bereitschaft, Konflikte einzugehen, Verantwortung zu übernehmen als Voraussetzung, Macht übernehmen zu können
→ Selbstorganisation als Schlüsselwort für Ermächtigung

Macht und Strukturen:
→ Herausforderung Ziele in diffus gewordenen Strukturen zu erreichen
→ Herausforderung Handlungsspielräume in Strukturen zu finden
→ Offenheit gegenüber und Anerkennung anderer Professionen (und deren Expertenwissen), aber auch Anerkennung anderer, neuer Lösungswege (progressive Stadtplanung)

Kommentare
Michael Koch AR SP:
"Macht interessiert nicht abstrakt, sie interessiert wenn man etwas erreichen oder verhindern möchte. Man, muss man Ermächtigungen vornehmen, sich die Macht nehmen oder zuteilen."

Klaus Selle SP TG:
"Deswegen müssen wir uns über die Handlungsmöglichkeiten der Stadtplanung unter den Bedingungen des Privateigentums an Grund und Boden klar werden, denn das prägt unsere Tätigkeit in hohem Maße."

Modul 3.4. Time – Power – Space

Moderation: Renée Tribble AR SP und Kim Wrigley KW
Diskussionsrunde: Christian Haid UR SO AR, Jette Hopp AR DE, Jonas König WG, Torsten Lange AR TG, Timothy Pape AR KW PH, Tatjana Schneider AR TG, Jorg Sieweke LA SP, Anna Tautfest BK AR, Kasia Urbanowicz AR UR






Discussion: Module 3.1 - Space

The original order of the discussion rounds were changed spontaneously.

Moderation: Amelie Rost AR SP and Yvonne Siegmund AR UD
Discussion: Hilke Berger TW, Sabrina Gieron AR BI, Stephanie Haury UD VW, Anna Kokalanova AR SP UR, Andreas Krauth AR UD, Gerd Streng AR, Frauke Woermann AR PE


Who decides what happens with space? What does planning need to be able to do? What specific knowledge do planners have?
→ planners are moderators, who lead discussions and control processes
→ furthermore transfer power has to be given, bringing acknowledgments from the discussions into a planning perspective which formulates a vision for space
→ apart from expertise knowledge about a specific space, requests from players and common well-being, the specific qualities of space has to be acknowledged in able to keep them apart of the transformation process for the vision of development
→ moderation, gathering of knowledge, formulating an idea and translating into a planning perspective as a specific knowledge for planning

What is the specific knowledge of architects and engineers? How does their role within the process of urban designing look like?
→ creative responsibility of construction engineers bring visions to concrete planning, to accompany material, space.
→ creative responsibility of architects already during the questioning of the problem – formulating the right problem, so assignments can be a basis for solution seeking

How do such overlappings between disciplines work? Are there gaps? Which ones?
→ differences in the usage of terms and the meaning of used terms

Discussion: Module 3.2 - Time

Moderation: Yvonne Siegmund AR UD and Renée Tribble AR SP
Discussion: Josef Brandl FI AR, Franziska Dehm SP, Tore Dobberstein ÖK KO, Saskia Hebert AR DE, Ralf Harder PE KW KO, Frauke Burgdorff RP PE, Christine Preiser SO, Alexander Römer AR, Jakob Schmid SP, Karsten Schmitz PE BK, Korinna Thielen AR VW SÖ


Time and process: block, order and use time:
→ different structures of time from different players; thinking in time spaces vs thinking in flowing time; differences can also be used productively
→ different expectations by forming a plan at the beginning of a process: keeping the promise or adaption to changing circumstances and requirements in the plan
→ different durations of sub-processes within a planning process > is a integrator needed who sees and orchestrates different processes?

Time and perception:
→ alternate perceptions of space depending on time

Comments
Michael Koch AR SP:
"There were different keywords to the phenomenon time: decelerated, accelerated, slow passing, fast passing of time, rhythms of time, meaning of time, structure of time, phases of time, breaks... why do we concern ourselves so intensively with this phenomenon time in relation with spacial changes? It's about development phases and speed. But how do we measure these? And who measures? What is the right, adequate speed?"

Klaus Selle SP TG:
"The development of a neighbourhood – for example – 40ha can last 20 years. This isn't a long period of time. Hardly anyone is part of the process from beginning to end. The players as well as their responsibilities are constantly changing. Urban planning is only there at the beginning.
These can be possible stages: political resolution, competition, translation in a master plan, translation in construction plans, which have to be decided politically again. Then the commercialization begins and the buyers (such as the project developer) build, then sell to holders and they rent to users – and the life in the neighbourhood begins. Between these phases substantial breakages can occur, changing the essential idea. As every player acquires the job from their own logic. But who is interested in actually building the qualities presented at the beginning of a process, has to try to unify the significant players of these 20 years right from the beginning, in order to find a common understanding with everyone on what should be created.“

„The word discipline comes from discipulus, student, meaning the training phase – for example in a school, called technical university. This leads to a degree in the discipline X, so for example urban planning. And with the certificate you get the attest: you are now an urban planner or you are an architect, your whole life. … At least it seems to be the case, when hearing the word discipline and how it is frequently used in Germany: the career in further life is concluded from the education. Once a teacher always a teacher, once an architect always an architect. But in fact a lot more happens in life – and a lot of people are active in professions which have little or nothing to do with what was originally learned. Meaning: career biographies are not – particularly today – straight paths, but often interwoven: for example by the division of professional education in bachelor, master and post graduate studies. When you have studied architecture, then did your masters in urban construction and then real estate economy – please tell me which discipline this is! And then you'll maybe work in a bank or a gallery for ten years. What are you then?
At that a small story: during a research on strategies for disadvantaged neighbourhoods we always asked about the professional qualification of those on-site. And we were astonished that for example in the US people were working in district offices, who once were reverents or forest rangers. When we asked, why this is the case, they told us: 'We really focus more on who the person is.'
in short: in a person's professional biography different educations and experiences add up into a specific profile. And thus we all can be part of a professional community even though we each have completely different discipline backgrounds."


Discussion: Module 3.3 - Power

Moderation: Amelie Rost AR SP and Renée Tribble AR SP
Discussion: Christina Besmer KA ET, Benjamin David GE KO TG UR VW, Isabell Finkenberger SP TW, Melanie Giza DE UR, Jan Lange ET KA, Rudolph Klöckner SP, Elke Rauth KO UR, Leon Roloff AR PE, Friederike Schröder GE, Patricia Wedler KW MU, Michael Ziehl SP AR


Power and networking:
→ a hierarchy free zone is needed for an openness in inter- and trans-disciplinary collaboration as a basis for production of results
→ interdisciplinary teams to use specific competences and to counteract excessive demands of individuals
→ networking to use power; searching for allies and partners in crime

Power and empowerment:
→ bundling of competences to gain power (forming work teams)
→ willingness to engage conflicts, taking responsibility as a requirement of taking power
→ self-organization as a key of empowerment

Power and frameworks:
→ challenge to reach goals in nontransparent structures
→ challenge to find scopes of action in frameworks
→ openness towards and acknowledging other professions (and their knowledge of expertise), but also acknowledging other, new solution approaches (progressive urban planning)

Comments
Michael Koch AR SP:
"Power doesn't intrigue abstractly, it intrigues when trying to achieve or prevent something. We have to undertake empowerments, taking power or assigning power."

Klaus Selle SP TG:
"That's why we have to be aware of possible actions in urban planning under the conditions of private ownership of land, as this forms our actions dramatically."

Module 3.4. Time – Power – Space

Moderation: Renée Tribble AR SP and Kim Wrigley KW
Discussion: Christian Haid UR SO AR, Jette Hopp AR DE, Jonas König WG, Torsten Lange AR TG, Timothy Pape AR KW PH, Tatjana Schneider AR TG, Jorg Sieweke LA SP, Anna Tautfest BK AR, Kasia Urbanowicz AR UR


IMG:





Modul 4: Innovationswerkstatt
Module 4: Innovation Workshop
Beschreibung

Vernetzen – Entwerft eine Utopie des Stadtgestaltens von morgen:
Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen der vorangegangenen Vorträge und Gespräche soll nun der theoretische Diskurs verlassen werden. Wie sehen zukünftige stadtgestaltende Rollen und Aufgabenfelder aus? Welche Verantwortlichkeiten bringen sie mit sich? Wie lassen sich neue Berufsbilder definieren und im System verankern? Wer bezahlt dafür? Das heißt auch: Wer kann davon leben? Was bedeutet das für die zukünftige Stadtgestaltung, für unsere Stadträume?

Innovative Ideen entstehen immer im Austausch. Das Format mit Workshop-Charakter soll in thematischen und interdisziplinären Gruppen Zukunftsbilder und -szenarien entwerfen. Hierzu sind alle Anwesenden, ob Vortragende, Teilnehmende oder das Publikum herzlich eingeladen.


Description

Networking – Fashion an utopia of future urban designing:
Building on the gained recognition in previous lectures and conversations we are now leaving the theoretical discourse. How will future roles in urban planning appear? Which responsibilities will they carry? How will new fields of work be defined and anchored within the system? This also means: Who can make a living from them? What would this mean for future urban planning, for our urban spaces? Innovative ideas always originate in interchange. This workshop format will allow thematic and interdisciplinary groups to create pictures and scenarios for the future. All attendants are welcomed to join.


Zusammenfassung der Präsentationen und Diskussionen

Team N° 1: Ein Szenario in Offencreek

Teammitglieder: Benjamin David GE KO TG UR VW, Sabrina Gieron AR BI, Melanie Giza DE UR, Christian Hadaller AR, Saskia Hebert AR DE, Jan Kampfshoff, Timothy Pape AR KW PH, Alexander Römer AR, Tatjana Schneider AR TG

Was ist passiert?
Offencreek ist pleite.
The Wolves are coming.

Gemeinwohl definiert durch Grundeinkommen, participial budgeting, und Möglichkeit der Bodenspekulation und weitere Definitionen.

Was passiert jetzt?
In offenen Prozessen, die alle in Offencreek einbeziehen wir Gemeinwohl für den spezifischen Kontext definiert und wird durch verantwortliches Handeln beschrieben. Allerdings funktionieren die Schnittstellen nicht. Deshalb wird eine politikschule gegründet: Es ist ein Ort in und an dem Lösungssituationen in bestimmten Raumsituationen entwickelt werden, in Konflikträumen, Prozessräumen, Schnitträumen. Als nächstes werden die entwickelten Lösungs- und Konfliktansätze ausprobiert, durchgeführt und evaluiert. Am Ende des iterativen Prozesses werden die Situationen verstetigt.

What‘s next?
The Wolves are coming in town.


Themen und Fragen in der Diskussion
Wer sind eigentlich die Expertinnen, die reflektieren und berücksichtigen?
Brauchen wir ein anderes System um Stadt interdisziplinär zu machen? Oder braucht es nur neue Schnittstellen? Ist es das externe Expertenteam, das diese Prozesse begleitet oder gibt es interne lokale Expertinnen? Sind wir damit Berater, Koordinatoren oder Vernetzer? Geht es auch um Ermächtigung und Selbstlösen von Problemen?
Interdisziplinarität ist für uns auch normativ und funktioniert gerade nicht so gut wie wir das gerne hätten.
Auf welcher Basis und auf welche Werte können wir uns einigen und was bedeutet das für unsere Handlungen? Woran orientieren wir uns da? Was sind das für konkrete Formate und wie werden Entscheidungen getroffen? Welche Verantwortungen werden wie verteilt?


Team N° 2: Interdisziplinäre Praxis – Interessen, Fragen, Unsicherheiten

Teammitglieder: Stephanie Haury DU VW, Rainer Johann SP UR, Jonas König WG, Lukasz Lendzinski AR DE, Leon Roloff AR PE, Korinna Thielen AR VW SÖ, Patricia Wedler KW MU

Interessen und Fragen an die Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren und der Verwaltung
Was müssen wir ändern? Was funktioniert und was funktioniert nicht? Müssen wir Gesetze ändern oder eher das Verwaltungshandeln? Wer sind die Schlüsselfiguren, die dieses Handeln beeinflussen? Wo gibt es Schnittstellen, wo kann man voneinander lernen? Was bedeutet Kontrolle? Bei Projekten, bei denen man mit Problemen zu kämpfen hat, stellt sich auch manchmal die Frage: Nutze ich diese Schwachstellen jetzt aus? Wie können Projekte Öffentlichkeit erzeugen um Politik auf die eigene Seite zu ziehen?

Bevor die Macht übernimmt...
...wo ist die satisfaction?
Warum arbeiten wir nicht an Dingen, die uns schnell Freude bereiten?
Es kann doch nicht sein, das wir mit dieser Fragestellung im Modul 4 am Ende doch nur eine neue Koordinationsstelle schaffen. Vielleicht geht es auch um elementare Ansätze, wie die Suche nach der Krise, vielleicht müssen wir uns selbst eine artificial crisis schaffen und uns an den Haaren selbst wieder rausziehen?


Interdisziplinärer Diskurs – Wie gehen wir mit Unsicherheiten um?
Es gab bei uns in der Diskussion Brüche. Diese Unsicherheit. Suchen wir nach Problemen, nach Lösungen...
Der neoliberale Ökonom Milton Friedman hat die vier Arten Geld auszugeben in einer Matrix zusammengefasst.
In der Vertikalen wird definiert: Ist es mein eigenes Geld oder das von jemand anderem?
In der Horizontalen: Gebe ich das Geld für mich oder jemand anderen aus?
Diese vier Arten Geld auszugeben lassen sich vielleicht auch auf die Planung übertragen.
Zu schnödem Geld haben wir eine emotionale Bindung und diese emotionale Bindung variiert sehr stark, je nachdem wie stark man involviert ist. Als Beispiel, wenn mir jemand Schuhe kauft, die ich nicht anprobiert habe, passen mir diese vielleicht nicht. Oder wenn mich mein Onkel zum Essen einlädt, gehen wir in ein teureres Restaurant, als ich es eigentlich täte.
Sind wir als Planer nicht meist in der Situation, dass wir Probleme von anderen Menschen lösen? Auch mit Instrumenten, die gar nicht unsere eigenen sind? Diese Unsicherheit die dabei entsteht ist ok, es ist nur wichtig, dass wir sie reflektieren. Ein weiterer Gedanke ist, wie wäre es, wenn wir aus der Vierfeldermatrix eine Neunfeldermatrix machen und mit der Ebene des „Wir“ ergänzen, also mit Themen die wir gemeinsam gut finden, die wir unterstützen wollen. Wie verhält es sich dann mit der Unsicherheit?


Team N° 3: Zeitstrahl für einen neuen Planungsprozess

Teammitglieder: Josef Brandl FI AR, Ralf Harder PE KW KO, Charlotte Herbst UD SP, Andreas Krauth AR UD, Dominik Lang AR, Anna Richter SO UD, Gerd Streng AR, Hendrik Weiner AR UD

Erklärung des Zeitstrahls
Prinzipiell sind wir vom klassischen städtebaulichen Wettbewerb und dem architektonischen Wettbewerb ausgegangen und haben überlegt, wo wir da eingreifen und insgesamt früher in den Prozess einwirken können. Wir haben von vorne mit der politischen Ebene begonnen. Eine der ersten Fragen war, was macht eigentlich die Oberbaudirektion? Brauchen wir diese überhaupt oder setzen wir eine Gestaltungskommission ein, die von Anfang an bis zum Ende beteiligt ist und auf die Politik eingreift.

Nach umfangreichen Studien und Gutachten wird ein Experimentiergebiet ausgeschrieben, im Sinne eines Sanierungsgebiets. Das heißt, wir machen eine tabula rasa und lassen mehr zu als bisher grundsätzlich mit Regularien vorgegeben wird. Anschließend gibt es verschiedene Wettbewerbsstrukturen. Wir haben ein Basislager, das in Form eines Forschungslabors oder eines Ideenworkshops initiiert werden könnte. So interdisziplinär, wie wir eben unterwegs sind.

Konkret für ein Gebiet stellt sich die Frage: Wie kann sich dieser Raum entwickeln? Das hängt von vielen Faktoren und der Größe des Gebiets ab und diese Vorgaben führen später zum städtebaulichen und zum architektonischen Wettbewerb, den wir als interdisziplinären Wettbewerb begreifen, beispielsweise sind auch Soziologen und Vertreter anderer Professionen Teil der Entwurfsgruppen.
Wir setzen einen Innovationswettbewerb ein, in dem verschiedenste Konzepte erarbeitet werden, um die Auslobung zu erarbeiten. Außerdem haben wir uns überlegt, wenn wir hier scheitern, gibt es einen Scheiterungsfond, der uns fördert, wenn wir revidieren müssen. Wir dürfen dann auf Los gehen und erneut mit anderen Ideen beginnen. Damit der unendlich lange Zeitstrahl nicht zu unübersichtlich wird, gibt es eine Art der Gebietsbetreuung, die wechselt und ebenfalls interdisziplinär sein sollte. Diese überwacht auch das zuerst ausgearbeitete Manifest und behält dessen Einhaltung im Auge.

Zur Ausschreibung von Wettbewerben: Wir haben angemerkt, dass derjenige, der das Programm schreibt, die Macht hat. Er bestimmt, was wie gebaut werden soll und Entwurfsgruppen können damit kreativ umgehen, aber es ist erst mal manifestiert. Das Raumprogramm soll gemeinwohlverträglich gefasst werden, um nicht allein die Macht bei den Investoren zu lassen. Die Leute die Geld investieren sollen auch Geld verdienen, aber in einem gedeckelten Rahmen. Natürlich müssen die Investoren ihr Geld verdienen, aber vorher es muss die Gemeinwohlseite betrachtet werden.



Team N° 4: Konzept Starke Stadt

Teammitglieder: Franziska Dehm SP, Sven Westermann, Martin Wickel PR, Dorothea Wirwall, Frauke Woermann AR PE, Julius Würbach

Wie soll gearbeitet werden in einer starken Stadt? Was passiert im Alltäglichen und wie leben Menschen tatsächlich? Was bedeutet im jeweiligen Kontext Lebensqualität, was ist sinnvoll? Unser Konzept: Starke Stadt. Es geht um ein bestimmtes Ideal, um ein starkes Dorf, um eine starke Kommune.
Stärkung diverser Lebensräume und Generierung von Aneignungsprozessen. Viel Raum für Vision, notwendig für langes Vorausdenken, aber auch Offenlassen und nicht alles Vorausplanen und Handlungsspielräume. Jede Kommune sollte soweit es geht autonom sein und frei entscheiden können. Das Gemeinwohl, also der soziale Ausgleich und Gerechtigkeit führen zu einer Entkopplung von ökonomischen Einzelinteressen und Stadtraum. Das heißt im Folgenden, dass man mit Wohnen kein Geld verdienen kann.
An der Umsetzung sind neben den verschiedensten Akteuren, wir als Planer beteiligt. Als Professionelle sind wir in der Verantwortung unsere Erfahrung und unser Wissen zu nutzen und einzubringen. Wir haben eine politisch verantwortliche Profession. Die Berufsgruppen sollen ihre Kompetenzen nutzen und in interdisziplinären Teams und Netzwerken aus verschiedenen Perspektiven am Projekt arbeiten.


Kommentar
Jens Dangschat SO:
"Wir haben über die Verteilung von Kräften und Ressourcen gesprochen.
Wir haben über die Utopien gesprochen. Über Projekte die einen besonderen ideologischen Hintergrund haben, wie das Kreativquartier in München oder die Versuche im Kontext der Essohäuser. Aber sind das nicht nur Nischen? Die Sandkisten in denen wir uns richtig austoben dürfen? (...) Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir bei bestimmten Fragestellungen normativ nicht die Mehrheit der Gesellschaft sind. Es stellt sich die Frage, wie können wir unsere Stärke und auch Überzeugungen nutzen, um aus diesen Nischen herauszukommen? Wie können wir diese Nischen auch in anderen Quartieren integrieren? Das heißt nicht, dass es überall so sein muss. Für mich als Sozialwissenschaftler stellt sich vor allem die Herausforderung der gespaltenen Gesellschaft. Es gibt sich gegenüberstehende Hälften und wir müssen aufpassen, mit der Vergewisserung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass wir unsere Stärken auch auf anderen Ebenen einbringen."



Analyses

Team N° 1: Offencreek ist pleite. Offencreek is broke.

Team: Benjamin David GE KO TG UR VW, Sabrina Gieron AR BI, Melanie Giza DE UR, Christian Hadaller AR, Saskia Hebert AR DE, Jan Kampfshoff, Timothy Pape AR KW PH, Alexander Römer AR, Tatjana Schneider AR TG

What has happened?
Offencreek is broke.
The wolves are coming.

Common well-being, defined by basic income, participial budgeting, and the possibility of land speculation and other definitions.

What will happen now?
Common well-being will be defined for the specific context and described by responsible doing in open processes including all people in Offencreek. However the interfaces do not work, which is why a politics school is founded: It is a place where solution situations can be developed in certain space situations, in spaces of conflict, process and interfaces. Next the developed solution and conflict approaches are tried out and evaluated. At the end of this irritating process the situations are stabilized..

What‘s next?
The Wolves are coming to town.


Topics and questions during the discussion
Who actually are the experts, who reflect and take care? Do we need an alternate system to turn the city interdisciplinary? Or do we need interfaces? Is it an external team of experts accompanying these processes or do internal local experts exist? Are we consultants, coordinators or net-workers? It is also about empowerment and solving problems DIY?
Interdisciplinarity is normative for us as well and doesn't work as well as we had hoped.
On which basis and values can we agree on? How do we orientate ourselves? What are these concrete formats and how are decisions made? How are responsibilities delegated and by whom?


Team N° 2: Administration and players

Team: Stephanie Haury DU VW, Rainer Johann SP UR, Jonas König WG, Lukasz Lendzinski AR DE, Leon Roloff AR PE, Korinna Thielen AR VW SÖ, Patricia Wedler KW MU

What do we need to change? What works and what does not? Do we need to change laws or rather the doing of administration? Who represent key figures, who influences these doings? Where do interfaces exist, where can we learn from each other?
During challenging projects you sometimes question how to take advantage of weak spots. Projects have to create public awareness in order to have politics on your side.
What does control mean?

Before power takes over...
...where is the saDisfaction?
Why don't we work on things that easily give us pleasure? It cannot be true that we're only creating other new coordination spot with this question.
It's also about the search of a crisis, maybe we have to create an artificial crisis to lug ourselves in again.


Interdisciplinary discourse – How do we handle insecurities?
There were rifts in our group during the discussion. This insecurity. Lets look for problems, for solutions...
Michel Friedman, a neo liberal economist from Chicago summarized the four ways of spending money in a matrix.
The vertical defines: is it my own money or someone else?
The horizontal: am I spending it on myself or on someone else?

We have a emotional bondage to vile money and this emotional bondage varies strongly depending on how involved you are.
As an example, when someone buys shoes for me I haven't tried on yet, they may not fit. Or when my uncle invites me to dinner, we might go to more expensive restaurant than I might have gone to.
Are we, as planners, sometimes in the situation of fixing someone else's problems? Also with instruments that aren't our own?
This insecurity popping up is OK, it's only important for us to reflect on what we're doing.

What if we create a nine-field matrix out of the four-field and expand it with the level “we”, meaning topics we think are good, we want to support. What becomes of insecurity then?


Team N° 3: Timeline for a new planning process

Team: Josef Brandl FI AR, Ralf Harder PE KW KO, Charlotte Herbst UD SP, Andreas Krauth AR UD, Dominik Lang AR, Anna Richter SO UD, Gerd Streng AR, Hendrik Weiner AR UD

Timeline explanation
We took a look at classic urban construction and architectural competitions and thought about how to intervene and influence the process at an earlier point. We started on the political level. One of the first questions was, what chief planning directors do. Do we even need them or should we rather engage a design committee, involved from beginning to end influencing politics.

After extensive studies and assessments an experimental area is tendered in terms of a redevelopment area. This means we will make a tabula rasa and will allow more than is usually advised by implementations. Subsequently there will be diverse competition structures. We have a base which can initiate in form of a research laboratory or an idea-workshop, as interdisciplinary as we are ourselves.

The question arises explicitly for an area: How can this space develop itself? This is dependant on many factors and the size of the area and these demands later on lead to the urban construction and architectural competition, which we see as an interdisciplinary competition, for example sociologists and representatives of other professions are also part of the design groups. We will use an innovation competition in which different concepts are worked on, in order to work on the offer of an award. If we should fail, there will be a failing fund, which will support us, when we have to revise. We then will have the opportunity to start at the very beginning with new ideas. To keep the endless timeline in order, there will be a kind of area guidance, taking turns and which also should be interdisciplinary. This guidance will also monitor and control the developed manifest.

The tendering of competitions: we noted that the person writing the programme has the power. This person determines what should be built and how and designing groups can use this creatively, but firstly it is manifested. The spacial programme should be compatible for the common good, to not leave all power to the investors. The people investing money should be able to earn money, but within capped limits. Of course investors are allowed to earn money, but first basic common good should be looked at.



Team N° 4: Strong City

Team: Franziska Dehm SP, Sven Westermann, Martin Wickel PR, Dorothea Wirwall, Frauke Woermann AR PE, Julius Würbach

How should we work in a strong city? What happens in every day life and how do people actually live? What does quality of life mean in particular contexts, what is reasonable? Our concept: Strong city. It's about a certain ideal, about a strong village, a strong community.
Making divers living environments stronger and generating acquisition processes. A lot of room for visions is necessary for long term thought, but also keeping an open mind and not planning everything in advance. Every commune should be autonomous as much as possible and decide freely. Common well-being, so the social balance, and equity lead to a separation of economic individual interests and urban space. This means you cannot gain profit from housing.
Various players, and us as planners, are part of the realization. Being professional we have the responsibility to bring our experience and knowledge to the table. Profession groups should use their competences and work in interdisciplinary teams and networks form different perspectives on the project.


Comment
Jens Dangschat SO:
"We have spoken about the distribution of strength and resources. We have spoken about the utopias. About projects with a specific ideological background, such as the creative quarter in Munich or the attempts in the Essohäuser context. But are these only niches? The sandboxes in which we are allowed to go wild? (…) We have to be aware of the fact, that when it comes to certain questions we are not the majority in society. The question arises how we can use our strength and also our believes to emerge from these niches. How can we also apply these niches in other quarters? This doesn't mean that it has to be like this everywhere. As a sociologist the hardest challenge is the divided society. There are opposite halves and we have to make sure we are on the right path, that we will also use our strength on other levels."


IMG:





Reflexion und Résumé
Reflexion and Résumé
In der Ausgestaltung des Symposiums war jedem Teilnehmenden eine wichtige Rolle zugedacht worden.
Der Soziologe Jens Dangschat begleitete die Veranstaltung als Kommentator und formulierte in seiner Zusammenfassung den Umgang mit Grenzen und deren Überschreitungen, die notwendig sind, um Lernprozesse in disziplinübergreifender Stadtforschung und -gestaltung in Gang zu setzen. Als Stadtethnologin übernahm Kathrin Wildner die Aufgabe, Methodik und Prozess der Veranstaltung im Kontext gesetzter Ziele zu reflektieren und zu beurteilen. Eine umfangreichere Sammlung an Erkenntnissen sind dem → PDF "Erkentnisssicherung_Disziplinäre Grenzgänge" zu entnehmen.
Every participant had a specific role within the arrangement of the symposium.
The sociologist Jens Dandschat accompanied the event as a commentator and formulated the handling with boundaries and their crossings essential to initiate learning processes in inter- and transdisciplinary urban planning and design. As an urban ethnologist Kathrin Wildner had the job to reflect and evaluate methodology and the process of the symposium within the context of set goals. An extensive collection of recognitions can be found in the → PDF "Erkentnisssicherung_Disziplinäre Grenzgänge" (“Recognition backup_Disciplinary Boundry-Crossings”).
Inhaltliche Zusammenfassung

nach Jens Dangschat SO

Die Begriffe Macht, Grenzen und Disziplin
Wie sieht das Kräfteverhältnis aus in dem wir arbeiten? Werden Ziele und Vorstellungen zu Gunsten anderer Einflüsse, wie beispielsweise der Ökonomie verschoben? Hier geht es um die Fähigkeit sich innerhalb dieses Herrschaftsfeldes und auch anderer Einflüsse durchzusetzen. Damit verbunden ist die Frage, welche Ressourcen uns in welchem Maße zur Verfügung stehen? Reichen diese Ressourcen nicht mehr aus, erreichen wir Grenzen, auf die verschieden reagiert werden kann. Entweder die Grenzen werden in Form von stärkeren Regulierungen oder Verordnungen enger gezogen, um sich besser abzusichern, oder es werden Grenzen geöffnet, verschoben und überschritten. Dabei stellt sich die Frage, ob wir bestehende Kräfteverhältnisse beibehalten oder aus diesem Gefüge hervortreten, Kritik üben, versuchen eine Gegenmacht zu entwickeln und entsprechende Sanktionen sowie fehlende Bezahlung in Kauf nehmen. Neben der, während des Symposiums, vorherrschenden Bedeutung von Disziplin, kommt eine weitere Dimension des Begriffs zum Ausdruck, die des disziplinären Verhaltens. Wenn wir Grenzen ausloten oder überwinden wollen, kann die Provokation ein probates Mittel sein, denn auch in undiszipliniertem Verhalten stellt sich ein Umgang mit Grenzen dar.

Um Raum zu denken und zu gestalten ist ein Arbeiten über disziplinäre Grenzen hinweg notwendig. Die Architektur und die Planung brauchen neben ihrem Fachwissen beispielsweise die Soziologie, um den Raum und dessen Nutzergruppen zu verstehen. Außerdem müssen die verschiedenen Zeit- und Maßstabsebenen bei der Planung einbezogen werden. Der Raum muss vom Investor, der normativen Seite bis zum Nutzer gedacht werden und ein Projekt endet nicht mit der Fertigstellung des Gebauten.

Umgang mit Grenzen
Die Veränderung eines bestimmten Handelns und damit das Überwinden von Grenzen ist ein Lernprozess. Um diesen Lernprozess zu gestalten brauchen wir vier verschiedene Arten von Wissen: Das Zustandswissen (Erreichen durch Sozialraumanalyse), das Zielwissen (Implementiert beispielsweise Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Schaffung von Spielräumen für verschiedene Gruppen), das Prozesswissen (Wie kommt man vom Jetzigen zum anderen?), das Handlungswissen (Wie generieren wir das Zustandswissen? Mit welchem Prozess erreichen wir das Ziel? Welcher Schritt kommt als nächstes?)
Lernprozesse gelingen dann, wenn ein Schritt nach dem anderen gemacht wird. Gleich vom Ausgangspunkt zum Zielprodukt zu gelangen ist unmöglich, da zu viele Grenzen auf einmal überwunden werden müssten.


Content-Related Summary

from Jens Dangschat SO

The terms power, boundaries and disciplines
How does the power balance appear in which we work? Are goals and conceptions shifted in favour of, for example, economics? At this point it is about the ability to prevail within this reign and against other influences. The question related is, which resources are available to us and how many? When the resources aren't enough anymore we reach our boundaries, we can respond to differently. Either the boundaries are tightened by stricter implementations or rules in order to secure oneself better or boundaries are opened, shifted and crossed. In doing so the question arises, if we should keep the reigning relations or step out of this framework, deal out criticism, try to create a counter power and accept complying sanctions such as lack of fee. Next to the dominating meaning of the term discipline during the symposium, an additional dimension of the word crystallises, the disciplinary behaviour. When we sound out boundaries or want to overcome them, provocation can be a probable method, as even in undisciplined behaviour a handling with boundaries appears.

In order to think and design space the work beyond disciplinary boundaries is essential. Architecture and planning need next to their own expertise for example sociology to understand space and their players. In addition the different time and scale levels have to be taken into account. Space has be thought from the investor as the normative side to the players and a project doesn't end with the completion of construction.

Handling with boundaries
The change of a certain doing and thus the overcoming of boundaries is a learning process. In order to design this learning process we need four different types of knowledge: condition knowledge (by social space analysis), goal knowledge (implying for example fairness, sustainability, creation of scopes for different groups), process knowledge (how do we get from here to there?), action knowledge (how do we generate the condition knowledge? With which process do we achieve the goal? Which step comes next?)
Learning processes work when one step is taken at a time. It is impossible to reach the end product at the beginning, as too many boundaries would have to be crossed at once.


Reflexion der Veranstaltung

von Kathrin Wildner KW ET

Wer sind eigentlich GrenzgängerInnen?
Nach einschlägigen Definitionen sind GrenzgängerInnen Personen, die zwischen dem Land, in dem sie leben und in dem sie arbeiten, pendeln. Sie passieren also regelmäßig eine Grenze, um auf der anderen Seite einer Tätigkeit nachzugehen. Wie diese Grenzüberschreitung gestaltet ist und ob das Überschreiten legitimiert ist, bleibt erst mal ungeklärt.

Hier und heute, im Kontext dieses Symposiums, wissen wir allerdings nicht, was genau diese Grenzen ausmacht. Sind es Grenzen zwischen Tätigkeitsfeldern? Zwischen Professionen, Aufgaben oder Aufträgen?
Oder werden die Grenzen durch Krisen der Fachdisziplinen hervorgerufen? Wir haben also die Grenzen nicht wirklich geklärt, und damit auch nicht, was die Ränder der unterschiedlichen Bereiche sind. Von wo aus überschreiten wir die Grenzen? Das wäre ein Punkt für einen folgenden Workshop: Die Ränder auch in Bezug auf das Zentrum und die Peripherie und damit auch die jeweiligen Eigenheiten der Disziplinen und Professionen zu beschreiben.

Das Zentrum dieses Symposiums bildete die Stadtplanung. Von hier aus haben die VeranstalterInnen VertreterInnen verschiedener Disziplinen eingeladen, um mit ihnen an die Ränder der jeweiligen Disziplin zu gehen. Der „common ground“ dieser Veranstaltung bildete die Auseinandersetzung mit Stadt: Stadt als Versprechen, als Möglichkeit, als Ort der Konflikte, aber auch als Raum für Erfindungen und Experimente.

Das Symposium selbst war ein Experiment, eine Versuchsanordnung, wie sie als Methode in der Wissenschaft eingesetzt wird. In diesem Fall wurde viel Wert auf die Versuchsanordnung und somit auf die Voraussetzung für das Generieren von Erkenntnis, Wissen oder auch Nichtwissen, gelegt.
Mit der Entscheidung außerhalb der Universität an Orte zu gehen, die sich in einem städtischen Transformationsprozess befinden – der „Oberhafen“, das „Kraftwerk Bille“ oder das Restaurant „Al Lido“ in Hammerbrook – trug das Symposium zu einer Produktion dieser urbanen Räumen bei. Die Settings waren temporär und variabel, stets saßen die TeilnehmerInnen in neuen Konstellationen, Gruppengrößen und Sitzanordnungen. Stühle, Tische und Wände wurden immer wieder verschoben, so dass sich der Raum kontinuierlich veränderte. So war auch der Einsatz von Technik nicht nur Teil der organisatorischen Infrastruktur, sondern ein Aspekt der dynamischen Herstellung von Raum, Diese räumlichen Inszenierungen regten zum Nachdenken über Orte und Verortungen an, sie boten die Gelegenheit eine andere Perspektive einzunehmen und die eigene Position zu hinterfragen.
Jeder dieser Orte erlaubte (und erforderte) ein anderes Sprechen, als das in typischen Konferenzräumen möglich gewesen wäre. An diesen Orten trafen, auf eine ungewöhnliche Weise, wissenschaftliche Konzepte und Begriffe auf Bilder der Alltäglichkeit und populäre Images von Stadt. Der Einsatz unterschiedlicher, auch spielerischer, Methoden der Präsentation und Diskussion, machte disziplinäre Unterschiede deutlich und förderte gleichzeitig eine Kommunikation über Gemeinsamkeiten und Visionen.
In diesem Sinn war auch die interdisziplinäre Zusammenstellung der TeilnehmerInnen aus Akademie und Praxisfeldern besonders gut ausgewählt; bestehende Netzwerke konnten gestärkt und neue Verbindungen geschaffen werden. Jede Person hatte eine oder auch mehrere Aufgaben über den Ablauf des Symposiums verteilt und war so mitverantwortlich für das Gelingen der Veranstaltung. Diese Teilhabe an Verantwortung und Vernetzungen führte außerdem zu einer kontinuierlichen und aufmerksamen Anwesenheit der TeilnehmerInnen.

Es wäre wünschenswert, wenn es über diesen Ausnahmezustand hinaus, weiterhin ein Einmischen, ein Aktivwerden, aber auch mehr dieser Art von Experimenten und Ereignissen gäbe.

Michael Koch AR SP:
"Ein Stichwort, wenn es um gemeinschaftliche Lernprozesse geht, ist Empathie. Nur, wenn wir wirklich neugierig aufeinander sind, lernen wir voneinander. Dazu gehört das Zuhören, die Verständigungsbereitschaft und auch die Offenheit dafür, dass der andere etwas zu sagen hat. Es geht nicht nur darum eine Haltung einzunehmen, sondern auch darum diese Haltung im Austausch mit anderen weiterzuentwickeln. Nur dann können Experimente und interdisziplinäres Arbeiten enstehen. Zum Beispiel an den Hochschulen."


Analyses of the event

from Kathrin Wildner KW ET

Who actually are these boundary-crossers?
According to pertinent definitions boundary-crossers are persons who commute between the landscape in which they work and live. They therefore cross a border regularly in order to continue their doings on the other side. How this border crossing is defined and if the crossing is legitimized stays unclear.

Here and now, within the context of this symposium, we don't know what defines this border exactly. Are they borders between fields of doings? Between professions, jobs and contracts? Or are these borders made by the crises of professions? So we haven't really defined the boundaries and thus what the edges of these different areas are. Where do we cross the boundaries? This would be a topic for a following workshop: To describe the margins in relation to the centre and the periphery and thus also the peculiarities of disciplines and professions.

The core of this symposium was urban planning. The host invited representatives from different disciplinary backgrounds to walk along the lines of our boundaries.
The dispute of urban space was the center of this event, what it can and should be, the city as a promise, as a possibility, as a place of conflict, but also as a city of inventions and experiments.
This symposium also was an experiment, a method, a try out. And one must question how valuable the try outs are, since they are the condition for generating and creating acknowledgments and knowledge, but also creating not knowing.

We were part of a creation of space, at different relatively untouched or newly developing places in Hamburg. These spaces allowed an alternate language than would have been possible at typical conference places. Every space enabled a very specific kind of talking, if at the Kraftwerk Bille, in the Oberhafen or at the restaurant in Hammerbrook. A picture formed itself at these places, which shows what happens when different disciplines mingle. Pictures of everyday life emerged, but also popular images which is quite unusual for a scientific symposium.

The settings were temporary and variable, the participants always sat in different constellations, group sizes and seating arrangements, at different tables, walls were moved and space changed constantly. The use of technique wasn't just part of the organization but also part the enactment, welcoming thoughts on space. At the same time this creation of space provocatively takes different positions, maybe also questioning your own position.

The constellation of participants was also special, networks could be strengthened and new ones made. Everyone had a function and thus took over a part of responsibility. This participation lead to a constant attendance of many participants. Various classical and playful methods used during the symposium created communication and interchange initiating visions and common interests. It would be welcomed if an engagement and activity and more of this kind of try outs and events would happen beyond this exceptional situation.

Michael Koch AR SP:
"One keyword is empathy when it comes to common learning processes. Only when we are really curious about one another do we learn from each other. Listening, willingness of understanding and also the openness that the other has something to say is apart of the procedure. It's not only about taking on a certain attitude, but also to develop this attitude in exchange with the others. Only then can experiments and interdisciplinary work occur. For example at universities."


IMG:





Teilnehmende des Symposiums
Participants

Britta Arends, Hilke Berger TW, Christina Besmer KA ET, Anja Biehl, Marie-Theres Böhmker, Josef Brandl FI AR, Pascale Bubert SP, Frauke Burgdorff PR PE, Patrick Chojnowski, Jens S. Dangschat SO, Benjamin David GE KO TG UR VW, Franziska Dehm SP, Tore Dobberstein ÖK KO, Julia Erdmann, Isabel Finkenberger SP TW, Jana Fux, Sabrina Gieron AR BI, Melanie Giza DE UR, Saskia Goebel, Christian Hadaller AR, Christian Haid AR SO UR, Dorothee Halbrock, Lukas Halemba, Ralf Harder PE KW KO, Stephanie Haury UD VW, Saskia Hebert AR DE, Charlotte Herbst UD SP, Marie Hliwa, Jette Hopp AR DE, Heike Jaeppelt, Julia Jesella, Rainer Johann SP UR, Adrian Judt AR UD, Jan Kampshoff, Volker Katthagen, Philipp Klein, Daniel Kauder SP, Rudolf Klöckner SP, Michael Koch AR SP, Martin Kohler LA FO, Anna Kokalanova AR SP UR, Jonas König WG, Sandra Koth SP IM ÖK, Andreas Krauth AR UD, Janina Kriszio FI VA, Thomas Krüger SP PE, Dominik Lang AR, Jan Lange ET KA, Torsten Lange AR TG, Lukasz Lendzinski AR DE, David Liebermann DE, Ton Matton BK UD, Ute Menrath, Jeannette Merker, Dirk Meyhöfer, Selina Müller, Miriam Neßler, Elisabeth Neumann, Michael Obrist AR, Katharina J. Oetken, Hanna Osen DE, Serjoscha Ostermeyer, Timothy Pape AR KW PH, Jürgen Pietsch, Christine Preiser SO, Radostina Radulova, Elke Rauth KO UR, Stefan Rettich AR UR, Anna Richter SO UD, Tom Ritschel, Leon Roloff AR PE, Alexander Römer AR, Amelie Rost AR SP, Christina Röthing, Esther Rumohr, Ema Sauramo, Lena Schick, Jakob Schmid SP, Karsten Schmitz PE BK, Tatjana Schneider AR TG, Friederike Schröder GE, Gerko Schröder LA, Luisa Schwope, Klaus Selle SP TG, Yvonne Siegmund AR UD, Phil Siemers SP, Jorg Sieweke LA SP, Jan Philipp Stephan SP VW, Anne Stiefel DE, Gerd Streng AR, Anna Tautfest BK AR, Korinna Thielen AR VW SÖ, Henrike Thomsen, Lara Tiede, Stephan Tressl, Renée Tribble AR SP, Tina Unruh, Kasia Urbanowicz AR UR, Kai Vöckler UR DE, Rouven Wagner, Patricia Wedler KW MU, Hendrik Weiner AR UD, Yvonne Werner SP, Sven Westermann, Martin Wickel PR, Katrin Wildner KW ET, Dorothea Wirwall, Frauke Woermann AR PE, Kim Wrigley KW, Julius Würbach, Michael Ziehl SP AR



Legende:
AR Architektur, BI Bauingenieurwesen, BK Bildende Kunst, DE Design, ET Ethnografie, FI Film, FO Fotografie, GE Geografie, IM Immobilien KA Kulturanthropologie, KO Kommunikation, KW Kulturwissenschaften, LA Landschaftsarchitektur, MU Musik, ÖK Ökonomie, PE Projektentwicklung, PH Philosophie, PR Plan- und Baurecht, SO Soziologie, SÖ Stadtökologie, SP Stadtplanung, TG Theorie und Geschichte, TW Theaterwissenschaften, UD Urban Design, UR Urbanistik, VA Visuelle Anthropologie, VW Verwaltung, WG Wirtschaftsgeografie


Key:
AR Architecture, BI Civil engineering, BK Fine art, DE Design, ET Ethnography, FI Film, FO Photography, GE Geography, IM Real Estate, KA Cultural anthropology, KO Communication, KW Cultural studies, LA Landscape architecture, MU Music, ÖK Economy, PE Project development, PH Philosophy, PR Building law, SO Sociology, SÖ Urban ecology, SP Urban Planning, TG Theory and history, TW Dramatics, UD Urban Design, UR Urbansim, VA Visual anthropology, VW Administration, WG Economic geography


IMG: